Technischer Aktien- und Rentenmarktkommentar

Für die Woche vom 19. – 23. August 2019

DAX

Trotz zwischenzeitlicher Erholungsphasen ging es mit dem DAX auf Wochensicht weiter bergab. Der DAX schloss die letzte Handelswoche bei 11.563 Punkten und somit 1,12 % tiefer als die Woche davor. Neben den altbekannten Belastungsfaktoren – Brexit, Italien oder der Handelsstreit zwischen den USA und China – machen sich immer mehr Konjunktursorgen breit. So weist das deutsche BIP ein Minus für das 2. Quartal aus und drückt zusätzlich auf die Stimmung der Anleger. In der heutigen Eröffnung steigen die Kurse leicht an als Folge der Vorgaben aus den USA und von den asiatischen Märkten. Der DAX kann die 200-Tages-Linie bei 11.653 Punkten überwinden. Sollte dies auf Schlusskursniveau weiter Bestand haben, würde sich die Charttechnik leicht entspannen. Weitere Widerstände finden sich bei 11.690, 11.780 sowie 11.850 Punkten. Auf der Unterseite finden sich Unterstützungen bei 11.583 (50,0 % Fibonacci-Retracement). 11.560, 11.450 sowie 11.300 Punkten.

Euro Stoxx 50

Der Euro Stoxx 50 ging am Freitag nach einer turbulenten Woche mit 3.329 Punkten aus dem Handel und lag somit im Vergleich zur vorherigen Woche nahezu unverändert, hat jedoch binnen drei Wochen fast 200 Punkte (ca. 5,7 %) eingebüßt. Positiv wirkten sich versöhnliche Worte des US-Präsidenten Donald Trump bezüglich einer baldigen Einigung mit China im Handelsstreit aus, sowie Andeutungen der Bundesregierung Konjunkturhilfen im Falle einer Rezession zur Verfügung zu stellen. Aus technischer Perspektive bietet der Euro Stoxx 50 auf kurzfristige Sicht ein positives Bild, da am Freitag eine wichtige Unterstützungslinie bei 3.280 Punkt (Tiefpunkt aus dem Mai 2019) verteidigt werden konnte sowie die 200-Tages-Linie, die sich über die letzten Monate als solide Unterstützung etablierte, nicht nachhaltig unterschritten wurde. Inwieweit das positive Momentum in der neuen Woche weitergetragen wird, hängt stark davon ab, wie sich der Handelskonflikt aufgrund der Wankelmütigkeit von Donald Trump weiterentwickelt und latente Krisenherde (z. B. eine mögliche Staatspleite in Argentinien, die Regierungskrise in Italien, Brexit etc.) in den Fokus geraten. Insbesondere in den Sommerphasen mit geringer Marktliquidität können die Implikationen auf den Aktienmärkten signifikant sein. Positive Impulse könnten in dieser Woche die Zentralbanken auf ihrem jährlichen Treffen in Jackson Hole am Donnerstag liefern.

Dow Jones Industrial

Der Dow Jones korrigierte in der vergangenen Woche um 1,5%. Er schloss bei 25.886 Punkten. Am Donnerstag wurden intraday mit 25.340 Punkten sogar die Tiefs von Anfang August gebrochen. Auch die 200-Tage-Linie (aktuell bei 25.589 Punkten) wurde getestet, konnte aber zurückerobert werden. Schwächste Sektoren waren Energie (-3,9%) und der Bankensektor (-2,2%). Eine technische Reaktion nach oben erscheint möglich, wir sehen aber nicht mehr Potenzial als die Verlaufshochs vom ersten August-Drittel (26.427 Punkten). Für einen Einstieg halten wir es für zu früh, die Marktteilnehmer sollten mit dem Einstieg noch warten, bis klarere Einstiegssignale vorliegen.  Ein erneuter Bruch der 200-Tage-Linie würde uns aktuell aber auch nicht nervös machen, unser worst-case-Szenario liegt beim Tiefpunkt Anfang Juni bei 24.681 Punkten.

Bund Future

Der Bund-Future notiert aktuell bei 178,53 Punkten. Die Risikoaversion der Marktteilnehmer bleibt weiterhin erhöht. Gründe hierfür sind zum einen der Handelskonflikt zwischen den USA und China und ein drohender „harter“ Brexit. Auch die Lage im Iran bleibt angespannt. Der technische Ausblick ist weiterhin konstruktiv zu werten. Einzig die überkaufte Marktsituation bremst den Optimismus. Vermutlich wird der positive Trend jedoch mittelfristig weiter anhalten. Unterstützungen befinden sich bei 177,80, 176,96 und 175,93 Punkten.

Einschätzung

Wir bleiben bei unserer Einschätzung, dass das Aufwärtspotential begrenzt bleibt und die Abwärtsrisiken das Marktgeschehen dominieren sollten.

Stand: 19. August 2019

Gemälde GL-Saal
Norbert Frey

Norbert Frey

Leiter Fondsmanagement. Nach dem Studium der Wirtschaftswissenschaften war er bei Banken und Versicherungen tätig und verfügt über eine mehr als 30-jährige Berufserfahrung.

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