Technischer Aktien- und Rentenmarktkommentar

Für die Woche vom 29. Juli – 2. August 2019

DAX

Der DAX schloss die letzte Handelswoche bei 12.420 Punkten und somit 1,30 % höher als die Woche davor. Er durchlief in der vergangenen Woche ein Wechselbad der Gefühle. Zunächst konnte der Widerstand bei ca. 12.400 Punkten überwunden werden. Am Donnerstag wurde diese Marke klar unterschritten. Die Erholungsbewegung am Freitag führte wieder in diesen Bereich. Offenbar haben die Marktteilnehmer einen großen Respekt vor dem Widerstand. Die Erholungsbewegung zum Wochenschluss war nur von geringen Umsätzen begleitet. Der MACD-Indikator droht an seiner Triggerlinie nach unten abzuprallen. Dies würde ein neues Verkaufssignal bedeuten. Für die anstehende Woche dürfte kein klarer Trend zu erwarten sein. Vielmehr ist mit einer volatilen Seitwärtsbewegung zu rechnen, die sich noch verstärken kann, sollte die amerikanische Notenbank am Mittwoch die Zinsen senken. Ob dies einer immer stärker schwächelnden Konjunktur hilft, bleibt fraglich. Wir orientieren uns daher zunächst auf die Unterseite. Unterstützungen finden sich bei 12.241 Punkten (50-Tage-Linie) sowie dem jüngst erreichten 4-Wochen-Tief bei 12.172 Punkten. Ein Unterschreiten der letztgenannten Marke würden wir als Auftakt für eine größere Konsolidierung sehen.

Euro Stoxx 50

Der Euro Stoxx 50 ging am Freitag mit 3.524 Punkten aus dem Handel und lag somit im Vergleich zur vorherigen Woche ca. 1,26 % höher. Wie schon in den Vorwochen oszillierte der Euro Stoxx 50 relativ stabil zwischen dem 38,2 % Fibonacci-Retracements (3.472 Punkten) und dem 76,4 % Fibonacci-Retracements (3.529 Punkten) und konnte am Donnerstag sogar kurz auf 3.569 Punkte ausbrechen. Das Niveau konnte er aber nicht lange halten, da eine von manchen Investoren sofort erhoffte Zinssenkung der EZB nicht eintraf. Während Europa in der Vorwoche im Fokus stand, rückt in dieser Woche die USA wieder in den Fokus. Neben den Veröffentlichungen wichtiger US-Konjunkturdaten stehen insbesondere zwei marktrelevante Termine an: Erstens die seit Mai eingefahrenen Verhandlungen zwischen den USA und China werden am Dienstag in einem persönlichen Treffen von hochrangigen Vertretern beider Seiten in Shanghai weitergeführt. Zweitens wird am Mittwoch die FED zum ersten Mal seit 10 Jahren vermutlich die Leitzinsen um 25 Basispunkte senken. Aus technischer Perspektive gibt der Euro Stoxx 50 ein tendenziell positives Bild ab, da der seit Anfang Juni bestehende Aufwärtstrendkanal aufrechterhalten werden konnte und der MACD eine Fortsetzung des Trends bestätigt. Aufgrund der hohen Marktrelevanz der zuvor angesprochenen Termine sowie der voranschreitenden Berichtssaison, können jedoch vom Konsens abweichende Ergebnisse zu größeren Marktbewegungen führen.

Dow Jones Industrial

Der Dow Jones konnte sich letzte Woche auf hohem Niveau stabilisieren und schloss am Freitag bei 27.192 Punkten 0,14 % höher ab. Im Vergleich zum S&P 500 (+1,47 %) und NASDAQ-100 (+2,11 %), die neue Allzeithochs erreichten, blieb dem Dow Jones jedoch nur das Hinterhersehen. Triebfedern des Anstiegs waren starke Quartalszahlen aus dem Technologiesektor wie von Alphabet und Twitter, die nicht im Dow Jones vertreten sind, sowie ein solides annualisiertes US-Wirtschaftswachstum von 2,1 % für das zweite Quartal. Es steht eine spannende Woche in den USA bevor. Die am Dienstag in Shanghai anberaumten Handelsgespräche zwischen den USA und China, der FED-Zinsentscheid am Mittwoch sowie die Veröffentlichung von einer Reihe relevanter Konjunkturdaten (u. a. Handelsdaten, Konsumenten- und Produzentendaten), können das Sentiment für die nächsten Wochen signifikant beeinflussen. Eine Senkung der Zinsen um 25 Basispunkte ist schon mit einer hohen Wahrscheinlichkeit eingepreist. Eine Senkung von 50 Basispunkte könnte wiederum ein kleines Kursfeuerwerk auslösen, was wir aber als unwahrscheinlich erachten. Spannend wird ebenfalls sein, wie die FED ihre weiteren Absichten kommunizieren wird und wie sich die Berichtssaison weiterentwickelt. Aufgrund des Konsolidierungsmoduses im Dow Jones hat sich aus technischer Perspektive zur Vorwoche wenig verändert, sodass wir von einer Seitwärtsbewegung ausgehen, da die meisten technischen Indikatoren wie RSI und MACD keine Signale liefern. In Anbetracht der zahlreichen fundamentalen Ereignisse, rücken die technischen Aspekte diese Woche in den Hintergrund.

Bund Future

Der Bund Future notiert aktuell bei 174,46 Punkten. Das Rentenbarometer konnte somit im Wochenvergleich zulegen. Auch die charttechnischen Perspektiven bleiben konstruktiv. Die nächsten Widerstände befinden sich bei 174,51 und 174,92 Punkten. Unterstützungen lokalisieren wir bei 173,91, 173,56 und 173,29 Punkten.

Einschätzung

Wir bleiben bei unserer Einschätzung, dass das Aufwärtspotential begrenzt bleibt und die Abwärtsrisiken das Marktgeschehen dominieren sollten.

Stand: 29. Juli 2019

Gemälde GL-Saal
Andrea Dendorfer

Andrea Dendorfer

Die Diplom-Kauffrau und Bankkauffrau ist seit 2001 bei der Fürst Fugger Privatbank Aktiengesellschaft beschäftigt. Sie arbeitet im Fondsmanagement und verantwortet seit 2002 den Dachfonds Fürst Fugger Privatbank Wachstum sowie die Analyse von europäischen Aktienfonds.

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