Technischer Aktien- und Rentenmarktkommentar

Für die Woche vom 09. – 13. September 2019

DAX

Der Dax konnte die zweite Woche in Folge mit einem positiven Ergebnis abschließen, nachdem die Anleger die politischen Entwicklungen in Großbritannien, Italien und Hongkong positiv interpretierten sowie hoffnungsvolle Signale in der Weiterführung der Handelsgespräche zwischen den USA und China sahen. Der DAX konnte um 2,1 % zulegen und schloss die Woche bei 12.191 Punkten ab. Charttechnisch deutet sich an, dass der DAX in seinem Aufwärtstrendkanal verbleibt, nachdem er vergangene Woche aus seiner inversen Schulter-Kopf-Schulter-Formation ausbrechen konnte. Des Weiteren konnte seit über einem Monat die 50-Tage-Linie nach oben durchbrochen werden und die Handelswoche startet mit einem Gap Up. Der leichtfallende Momentum Indikator deutet jedoch darauf hin, dass sich der Aufwärtstrend verlangsamt und die Wahrscheinlichkeit einer Gegenreaktion steigt. Darauf deutet insbesondere der Slow-Stochastik-Indikator (89) hin, da er sich mittlerweile im stark überkauften Bereich befindet. Als erste Unterstützungszone ergibt sich die 50-Tage-Linie bei 12.068 Punkte und als zweite das 50 % Fibonacci Retracement bei 11.969 Punkten. Das marktrelevanteste Ereignis in dieser Woche wird die letzte EZB-Zinsentscheidung des ausscheidenden EZB-Präsidenten Mario Draghi am Donnerstag sein. Wir gehen davon aus, dass die Einlagenzinsen weiter gesenkt werden und das QE-Programm mit einem Fokus auf europäische Unternehmensanleihen wieder aufgenommen wird.

Euro Stoxx 50

Der Euro Stoxx 50 ging am Freitag nach einer positiven Woche mit 3.495 Punkten schwungvoll aus dem Handel und lag somit im Vergleich zur Vorwoche 2,01 % höher. Wie schon die Woche zuvor haben die Aussichten auf eine Annäherung im Handelsstreit zwischen den USA und China sowie eine voraussichtliche Verschiebung des Brexit-Termins die Kauflaune der Investoren angeregt. Für ein Aufrechterhalten des positiven Trends spricht aus technischer Perspektive ein Aufwärtstrendkanal, der sich seit Anfang August gebildet hat, sowie die nach oben durchkreuzte 50-Tage-Linie, die nun bei Gegenreaktionen als Unterstützungslinie stabilisierend wirkt. Des Weiteren lässt sich ein RSI von 61 noch freundlich interpretieren. Für eine Gegenreaktion spricht jedoch ein hoher Slow-Stochastik-Wert von 88 und dass das obere Bollinger-Band seit mehr als zwei Wochen mehrfach berührt wurde. Dies wird häufig als Take-Profit-Signal interpretiert, wodurch sich manche Gegenrationen in der Vergangenheit erklären ließen. Aus fundamentaler Perspektive rückt die Entscheidung des EZB-Rats am Donnerstag in den Fokus, der über die weiteren Geldpolitischen Maßnahmen entscheidet, sodass größere Marktreaktionen zu erwarten sind.

Dow Jones Industrial

Der Dow Jones legte in der vergangenen Woche um 1,5 % zu. Er schloss bei 26.797 Punkten. Zyklische Aktien führten diese Bewegung an, dank guter Wirtschaftsdaten. Damit ist dem Dow Jones auch der Sprung über die 50-Tage-Linie (aktuell bei 26.567 Punkten) gelungen, was ja unser Kursziel für diese Erholung darstellte. Inzwischen räumen wir der Aufwärtsbewegung jedoch mehr Potenzial ein. Der Grund hierfür ist einfach. Das Sentiment seitens der Marktteilnehmer ist einfach zu negativ, was zum aktuellen Zeitpunkt die US-Börsen weiter stützen sollte. Insofern ist unser wahrscheinlichstes Szenario, dass schwächere Tage zu weiteren Kursgewinnen führen sollten. Insofern halten wir das Erreichen der bisherigen Jahreshochs bei 27.399 Punkten im weiteren September-Verlauf für durchaus realistisch. Klar, die Tatsache, dass die US-Börsen Mitte August nach einer Zwischenerholung nicht noch mal zu einem Bruch der 200-Tage-Linie geführt haben hat, führte zu einer unvollkommenen Bereinigung, was das Aufwärtspotenzial der Rallye leider begrenzen sollte. Ein Retest der 50-Tage-Linie (aktuell bei 26.567 Punkten) erscheint diese Woche möglich, sollte aber zu erneuten Kursgewinnen führen.

Bund Future

Der Bund Future notiert aktuell bei 174,93 Punkten. Die Bewegung in der vergangenen Woche war drastisch, so verlor der Bund Future 2,16 %. Dies verdeutlicht, dass das Spekulieren auf noch niedrige Zinsen auf dem aktuellen Niveau durchaus keine Einbahnstraße darstellt. Klar, die Zinsen sollten nicht massiv steigen, die EZB wird auf absehbare Zeit expansiv bleiben und sogar weitere Lockerungsmaßnahmen durchführen, aber kleinere Gegenbewegungen wie in der vergangenen Woche sind immer möglich und können bei dem aktuellen Umfeld negativer Renditen zu empfindlichen Kursverlusten im Portfolio führen. Ein Großteil der potenziellen Lockerungsmaßnahmen der EZB sind definitiv eingepreist. Nach oben wird der Bund Future durch die 50-Tage-Linie (aktuell bei 174,91 Punkte) begrenzt, auf der Unterseite durch die 90-Tage-Linie (aktuell bei 172,96 Punkte). Dort sollte spätestens eine Gegenbewegung einsetzen.

Einschätzung

Kurzfristig stützt das negative Sentiment die Märkte. Wir sehen noch etwas Luft für weitere Kursgewinne, was bedeutet, dass schwächere Tage zu einer Fortsetzung der Aufwärtsbewegung führen sollten. Diese Aufwärtsbewegung sollte aus unserer Sicht wahrscheinlich zu einer defensiveren Ausrichtung genutzt werden.

Stand: 09. September 2019

Gemälde GL-Saal
Dieter Langenbucher

Dieter Langenbucher

Der Diplom-Kaufmann univ. ist seit 2005 Portfoliomanager bei der Fürst Fugger Privatbank Aktiengesellschaft und managt den FFPB MultiTrend Flex und den FFPB Rendite. Zudem ist er Mitglied des Anlageausschusses für institutionelle Mandate. Sein besonderes Interesse gilt der Marktstrategie.

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