Technischer Aktien- und Rentenmarktkommentar

für die Woche vom 28. Oktober – 01. November 2019

DAX

Die deutschen Aktien setzten in der letzten Woche ihren Aufwärtstrend fort. Der DAX stieg mehr als 260 Punkte oder 2,06 % an. Angesichts der doch eher schlechten Konjunkturdaten aus Deutschland sowie der Eurozone eine eher ungewöhnliche Entwicklung. Die Zuversicht der Anleger speist sich vor allem aus der Hoffnung, dass der Brexit zwar kommt, jedoch in einer geregelten Variante. Auch gibt es vermehrte Anzeichen dafür, dass es im Handelsstreit zwischen den USA und China positive Verhandlungsfort-schritte gibt. Die Charttechnik bleibt deshalb mittelfristig von den Bullen diktiert. Auch wenn die Umsätze zuletzt rückläufig waren, dürfte der Aufwärtstrend weiterlaufen. Die 13.000er-Marke liegt nicht mehr allzu weit entfernt und sollte kurzfristig erreicht werden können. Angesichts der jüngsten starken Kursgewinne sowie der Steilheit des Anstiegs könnte der DAX bis zum Aufwärtsgap vom 15. Oktober 12.487/12.566 Punkten korrigieren. Hier verläuft zudem der Abwärtstrend seit Juni 2018 bei 12.502 Punkten.

Euro Stoxx 50

Der Euro Stoxx 50 ging am Freitag mit 3.579 Punkten aus dem Handel und lag somit im Vergleich zur Vorwoche 0,79 % höher. Beflügelt durch Entspannungssignale im Handelsstreit zwischen China und den USA und der Hoffnung auf eine Brexit-Einigung am Wochenende, erreichte der Euro Stoxx 50 am Mittwoch seinen Jahreshöchststand bei 3.599 Punkten. Aus technischer Perspektive konnte der Euro Stoxx 50 die Widerstandslinie bei 3.570 Punkten, die das bisherige Jahreshoch aus dem Juli markierte, knacken, sodass weitere Kursanstiege zu erwarten sind, da sich der Euro Stoxx 50 im Aufwärtstrendkanal befindet. Als Widerstandslinie fungiert das obere Bollinger-Band bei 3.630 Punkten, das mit dem Intraday-Hoch von letzter Woche korrespondiert. In einem Abwärtsszenario ergibt sich als erste Unterstützungszone das Jahreshoch aus dem Juli bei 3.570 Punkten und als zweite Unterstützungslinie der 20-Tage-Durchschnitt bei 3.530 Punkten. Die europäischen Märkte sind trotz der gescheiterten Brexit-Abstimmung im britischen Unterhaus stark in die Woche gestartet. Für diese Woche bleibt somit die bereits als unendlich erscheinende Brexit-Thematik im Fokus der europäischen Märkte.

Dow Jones Industrial

Der Dow Jones sank in der vergangenen Woche um -0,18 %. Er schloss bei 26.770 Punkten. Nachdem die Verhandlungen zwischen den USA und China nach einem ersten Entwurf für ein Teilabkommen brüchig wirken, kam letzte Woche bis auf einzelne unternehmens-spezifische Ereignisse wenig Dynamik in den Markt. Charttechnisch betrachtet, zeigt der Dow Jones keine klaren Signale, sodass wir weiterhin davon ausgehen können, dass der Dow Jones seine Seitwärtsbewegung seit September zwischen 26.000 und 27.300 Punkten beibehält. Als schwierig zu knackende Widerstandslinie hat sich die 50-Tage-Linie bei 27.170 Zählern etabliert, die erstmal nachhaltig überwunden werden muss, bevor das Allzeithoch wieder angepeilt werden kann. Rückschläge bis zu der Unterstützungszone bei der 200-Tage-Linie sind in einem Abwärtsszenario durchaus möglich. In den Mittelpunkt rücken diese Woche die Veröffentlichungen der Quartalszahlen, die für Dynamik im Dow Jones sorgen können.

Bund-Future

Der Bund-Future notiert aktuell bei 171,17 Punkten. Der Bund-Future konsolidiert unterhalb der 100-Tage-Linie (aktuell bei 172,62). Damit bleibt der seit September bestehende Abwärtstrend intakt. In der letzten Woche bewegte sich der Future seitwärts innerhalb enger Grenzen. Fraglich bleibt, ob sich die Marken im Bereich 170,73/170,76 als Unterstützung erweisen können. Die technischen Indikatoren sind in der Summe neutral bis negativ zu werten. Widerstände lokalisieren wir bei 172,29 und 172,60 Punkten.

Einschätzung

Die Börsen besitzen noch Spielraum nach oben, wenngleich die technischen Indikatoren allmählich in den überkauften Bereich drehen. Ein Test der genannten Unterstützungen erscheint durchaus möglich.

Stand. 28. Oktober 2019 – Bitte beachten Sie unsere rechtlichen Hinweise.

Gemälde GL-Saal
Norbert Frey

Norbert Frey

Leiter Fondsmanagement. Nach dem Studium der Wirtschaftswissenschaften war er bei Banken und Versicherungen tätig und verfügt über eine mehr als 30-jährige Berufserfahrung.

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