Technischer Aktien- und Rentenmarktkommentar

für die Woche vom 02. – 06. Dezember 2019

DAX

Der DAX konnte in der letzten Woche seinen kleinen Verlust aus der Vorwoche wieder gut machen und legte 0,75 % zu. Die Marktteilnehmer verhielten sich abwartend, nachdem Donald Trump ein Gesetz zur Stärkung der Demokratiebewegung in Hongkong unterzeichnete, da noch unklar ist, wie China darauf reagieren wird. Charttechnisch betrachtet deutet die geringe Schwankungsbreite im DAX (verlief die letzten vier Wochen zwischen ca. 13.100 und 13.300 Punkten) auf eine Konsolidierungsphase und Topp-Bildung hin. Der Widerstand bei 13.374 Punkten bleibt weiterhin bestehen und erfordert frische Impulse, um durchbrochen zu werden. Die erste Unterstützungszone bei der 20-Tage-Linie (13.200 Punkte) bleibt ebenso weiterhin bestehen. Unterhalb dieser Marke sind Kursbewegungen bis zur zweiten Unterstützungszone bei ca. 12.990 Punkten (Hoch aus dem Oktober) möglich. Sollten sich die Spannungen zwischen China und den USA aufgrund der Hongkong-Aktivitäten nicht verschärfen, wären weitere Kursgewinne möglich. Förderlich könnte sich die Verbesserung des chinesischen Einkaufsmanagerindexes auswirken, der seit März wieder über die 50-Punktemarke anstieg.

Euro Stoxx 50

Der Euro Stoxx 50 ging am Freitag mit 3.703 Punkten aus dem Handel und legte auf Wochensicht +0,43 % zu. Die Anleger stecken diese Woche weiter in der Zwickmühle, da sie zum einen auf diesen Niveaus viel Fantasie für Zukäufe brauchen und zum anderen aber auch nicht zu früh Aussteigen wollen, sodass neue Impulse benötigt werden. Charttechnisch spiegelt sich das in einer dreiwöchigen Seitwärtsbewegung wider, die sich in enger werdende Handelsspannen einpendelt. Das Oktober-Hoch von 2017 bei 3.708 Punkten entpuppt sich als schwer zu nehmende Hürde und konnte vergangene Woche erneut nicht überwunden werden. Ein deutlicher Durchbruch der 3.708 Punktemarke auf Schlusskursbasis wäre kurzfristig ein bullishes Signal. Die Unterstützungen aus der Vorwoche bleiben diese Woche weiter bestehen. In einem Negativszenario sind Kursrückgänge bis zu der ersten Unterstützungszone bei 3.650 Punkten und zur zweiten Unterstützungszone bei 3.570 Punkten möglich. Ein Abfall unter die 3.570 Punktemarke wäre ein bearishes Signal und würde den Ausblick eintrüben.

Dow Jones Industrial

Der Dow Jones legte in der vergangenen Woche um 0,63 % zu. Er schloss bei 28.051 Punkten. Am Tag vor dem amerikanischen Erntedankfest konnte der Dow Jones mit einem Schlusskurs von 28.164 Punkten sogar ein neues Allzeithoch markieren. Die marktbreiten Indizes S&P 500 und Nasdaq Composite bestätigen diese Entwicklung. Der Russell 2000, ein Index für kleinere Unternehmen, erreichte immerhin das höchste Level seit Oktober 2018. Hinsichtlich einer Einigung im Handelskonflikt zwischen China und den USA gab es keine nennenswerten Fortschritte. Mit der Unterzeichnung eines Gesetzes zur Ahndung von Menschenrechtsverstößen scheinen sich die Fronten eher zusätzlich zu verhärten. Nachdem die kurzfristig überhitzte Indikatorenlage etwas abgebaut wurde, sehen wir durchaus noch etwas Potenzial für Kursgewinne. Der Trend macht ein Kursziel im Bereich von 28.600 Punkten möglich. Wir halten die Kursgewinne für begrenzt, da die mittelfristigen Indikatoren eher im überhitzten Bereich notieren. Insofern halten wir es für unwahrscheinlich, dass sich der Dow Jones ohne vorherige Konsolidierung längerfristig über der 28.000-er Marke halten können wird. Die US-Börsen sind aktuell sehr selektiv und die Rallye wird inzwischen von den Marktteilnehmern angenommen (Kontraindikator). Auf der Unterseite stellt das bisherige Allzeithoch bei 27.399 Punkten die nächste Unterstützung dar, gefolgt vom Bereich bei 27.250 Punkten. Aller Euphorie zum Trotz, insbesondere im Hinblick auf die eigentlich positive Saisonalität, gehen wir aktuell davon aus, dass wir auf der Oberseite nicht viel verpassen und derzeit die Risiken überwiegen.

Bund-Future

Im Wochenvergleich pendelte der Bund-Future um die Horizontale bei 171,25 Punkten. An der charttechnischen Ausgangsbasis hat sich bislang nichts verändert. Entscheidend für die weitere Entwicklung wird sein, ob es gelingt, den Widerstand bei 171,25 Punkten nachhaltig zu überwinden. Gelingt dies, so wäre ein weiterer Kursanstieg bis in den Bereich von 175 Punkten möglich. Dreht die Notierung aber im Bereich der Widerstandslinie nach unten ab, war der jüngste Anstieg nur ein Pullback. In diesem Falle ist mit einem Rückgang bis zur Unterstützung bei 166,80 Punkten zu rechnen.

Einschätzung

Die Börsen besitzen noch etwas Spielraum nach oben, wir halten das Aufwärtspotenzial jedoch für begrenzt und glauben nach oben nicht viel zu verpassen. Trotz des noch anhaltenden Momentums sollten die Risiken nicht unterschätzt werden. Ein Test der genannten Unterstützungen erscheint durchaus möglich.

Stand: 02. Dezember 2019 – Bitte beachten Sie unsere rechtlichen Hinweise.

Gemälde GL-Saal
Christian Barth

Christian Barth

Der Diplom-Betriebswirt (FH) und Bankkaufmann ist seit 1998 bei der Fürst Fugger Privatbank Aktiengesellschaft beschäftigt. Nach der Tätigkeit im Private Banking ist er nun im Bereich Fondsmanagement tätig. Seine Aufgaben umfassen das Management von drei Dachfonds sowie die Analyse von zahlreichen Aktien-, Renten- und Immobilienmärkten.

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