Technischer Aktien- und Rentenmarktkommentar

für die Woche vom 10. – 14. Februar 2020

DAX

Der DAX konnte in der letzten Handelswoche einen Großteil seiner erlittenen Verluste wettmachen und etwas mehr als 4 % zulegen. Der Anstieg bis zu den Höchstkursen des Januar war dann doch zu viel, denn der DAX scheiterte erneut an dieser Hürde. Der kurzfristige Aufwärtstrend konnte gerade noch gehalten werden. Der MACD-Indikator bestätigte am Freitag das Kaufsignal des Stochastik-Indikators. Allerdings besteht durch das jüngste Scheitern am letzten Widerstand nun wieder die Gefahr eines Trendbruchs. Der Wochenauftakt dürfte daher eher negativ verlaufen. Sollte keine sofortige Gegenbewegung einsetzen, ist zunächst mit weiter fallenden Notierungen zu rechnen, die bis an den seit August letzten Jahres bestehenden Aufwärtstrend bei rund 13.400 Punkten führen könnte.

Euro Stoxx 50

Der Euro Stoxx 50 ging am Freitag mit einem Punktestand von 3.798 Punkten aus dem Handel und legte nach einer positiven Woche 4,34 % zu. Der Februar wurde mit einer Kursrally eingeläutet, nachdem die Hoffnung über mögliche Fortschritte im Kampf gegen das Coronavirus anstieg, obwohl sich die nachgewiesenen Infektionen und Todeszahlen rapide erhöhten. Aus charttechnischer Perspektive legte der Euro Stoxx 50 eine V-förmige Entwicklung hin, die den Kurs wieder in den Aufwärtstrendkanal auf das Niveau von Mitte Januar katapultierte. Der Index wird im Aufwärtsszenario die Widerstandslinie bei 3.808 Punkten, das Intraday-Jahreshoch vom 3. Januar, testen, die sich bereits im Januar als hartnäckig erwies. Sollte diese überwunden werden, ergibt sich der nächste technische Widerstand bereits beim Hoch aus dem März 2015 bei 3.836 Punkten. Nachdem sich am Freitag die Euphorie zügelte, ist mit Rücksetzern bis zu der ersten Unterstützungszone bei der 20-Tage-Linie bei 3.751 Punkten zu rechnen. Die Bollinger-Bänder haben sich nach einer sukzessiven Einengung wieder kräftig ausgeweitet, sodass die 100-Tage-Linie bei Verschlechterung der Nachrichtenlage bei 3.660 Punkten getestet werden könnte. In dieser Berichtswoche rücken die europäischen Unternehmen in den Vordergrund, die bisher im Vergleich zu den US-Unternehmen deutlich seltener die Erwartungen positiv übertreffen konnten. Des Weiteren wird der Fed Vorsitzende Jerome Powell dem US-Kongress für die halbjährliche Anhörung zur Verfügung stehen.

Dow Jones Industrial

Der Dow Jones legte in der vergangenen Woche um 3 % zu. Er beendete die Handelswoche bei 29.102 Punkten. Der Dow Jones erholte sich vergangene Woche rapide von den Vorwochenverlusten und erreichte intraday ein neues Rekordhoch bei 29.407 Punkten. Auf mittlere Sicht befindet sich der Dow Jones wieder im Aufwärtstrendkanal, konnte den Widerstand bei 29.330 Punkten jedoch nicht nachhaltig überwinden und rutschte zum Wochenschluss ab. In einem bearishen Szenario sind aufgrund der höheren Volatilität Rückschläge bis zur Auffanglinie bei 28.000 Punkten möglich. In einem bullishen Szenario sehen wir das Rekordhoch aus vergangener Woche bei 29.407 Punkten als kurzfristigen Widerstand. Neu Impulse werden diese Woche von der Berichtssaison sowie von der Anhörung des Fed Präsidenten Powell vor dem US-Kongress erwartet.

Bund-Future

Der Bund-Future notiert aktuell bei 174,36 Punkten. Damit gab das Rentenbarometer in der letzten Woche etwas nach. Die nächsten Unterstützungen befinden sich bei 173,91 gefolgt von 173,41/35 Punkten. Einen Widerstand lokalisieren wir bei 174,63 Punkten. Die charttechnischen Indikatoren signalisieren tendenziell eine Fortsetzung des Seitwärtstrends.

Einschätzung

Positive Konjunkturdaten vom US-Arbeitsmarkt sorgten am Freitag für Verunsicherung unter den Anlegern über den weiteren Kurs der US-Notenbank. Auf der anderen Seite deuten anhaltend schlechte Konjunkturdaten aus der Eurozone darauf hin, dass noch keine Trendwende bei der Konjunktur bevorsteht. In diesem Spannungsfeld bewegen sich die Märkte, hinzu kommt die Verunsicherung wegen des Coronaviruses. Dennoch bleiben wir optimistisch, dass sich die Aktienmärkte im Jahresverlauf weiter nach oben bewegen können.

Stand: 10. Februar 2020 – Bitte beachten Sie unsere rechtlichen Hinweise.

Gemälde GL-Saal
Christian Barth

Christian Barth

Der Diplom-Betriebswirt (FH) und Bankkaufmann ist seit 1998 bei der Fürst Fugger Privatbank Aktiengesellschaft beschäftigt. Nach der Tätigkeit im Private Banking ist er nun im Bereich Fondsmanagement tätig. Seine Aufgaben umfassen das Management von drei Dachfonds sowie die Analyse von zahlreichen Aktien-, Renten- und Immobilienmärkten.

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