Technischer Aktien- und Rentenmarktkommentar

für die Woche vom 31. August – 04. September 2020

DAX

Der Deutsche Aktienindex erzielte in der vergangenen Woche ein Plus in Höhe von 268 Punkten oder 2,1 %. Positiv zu werten ist, dass es den deutschen Standardwerten gelang, den Widerstand bei 12.940 Punkten zu überwinden und wieder über der runden Marke von 13.000 Punkten zu notieren. Bislang ist dieser Durchbruch noch nicht nachhaltig, da der Ausbruch zu kraftlos war. Somit ist der Anstieg bis zum Allzeithoch bei 13.795 Punkten aus unserer Sicht noch längst nicht sicher. Selbst bei einem weiteren Anstieg wartet mit dem Julihoch bei 13.314 der nächste Widerstand. Generell würde ein neues Kaufsignal erst bei einem nachhaltigen Überwinden des Allzeithochs bei 13.795 Punkten entstehen. Somit zeichnet sich zumindest kurzfristig kein Ende der Seitwärtsbewegung ab. Auf der Unterseite könnte ein Test der Marke von 12.557 Punkten im Falle einer negativen Entwicklung möglich werden. Auch die Saisonalität spricht derzeit für in der Tendenz fallende Kurse.

Euro Stoxx 50

Der Euro Stoxx 50 notiert derzeit bei 3.332 Punkten. Positiv zu notieren ist, dass in der letzten Woche sowohl die 38-Tage-Linie bei 3.310 als auch die 200-Tage-Linie bei 3.308 Punkten überwunden werden konnte. Allerdings gilt auch hier, dass der Ausbruch aus unserer Sicht bislang nicht nachhaltig ist und daher im Moment die weitere Entwicklung abgewartet werden sollte. Festigt sich der Ausbruch, so könnte mittelfristig Potenzial bis an die Marke von 3.400 Punkten bestehen. Fällt der Index wieder unter die Ausbruchsmarken zurück, so könnte der Verkaufsdruck zunehmen.

Dow Jones Industrial

Der Dow Jones erzielte in der vergangenen Woche einen Kursgewinn von 2,6 %. Er schloss bei 28.654 Punkten. Seit Jahresanfang ist der Dow Jones damit wieder im Plus, dank der besten Entwicklung in einem August seit 1984. Wichtigstes Ereignis in der vergangenen Woche war die Rede von US-Notenbank Präsident Powell, in der er eine Änderung des Inflationsziels, hin zu einem Durchschnittswert, bekanntgab. Dies bedeutet, dass höhere Inflationsraten als 2 % nicht unmittelbar zu Zinserhöhungen führen würden. Auf der Oberseite ist das Gap vom 21. Februar bei 28.893 Punkten der nächste Widerstand. Es wird vermutlich nur eine Durchgangsstation auf dem Weg zum bisherigen Allzeithoch bei 29.569 Punkten sein. Die nächste Unterstützung liegt bei 27.580 Punkten, gefolgt von der 38-Tage-Linie (aktuell bei 27.173) und der 50-Tage-Linie (aktuell bei 26.840 Punkten). Aller Euphorie zum Trotz halten wir das Aufwärtspotenzial nach wie vor für begrenzt. Größere Divergenzen, die aktuell zu Tage treten mahnen zur Vorsicht und könnten nur gemildert werden, wenn die zyklischen Sektoren an der Marktstärke nachhaltig partizipieren würden. Ein Retest der 200-Tage-Linie wird über kurz oder lang kommen und wird mehr Klarheit über die mittelfristige Ausrichtung der US-Märkte bringen. Wir sehen die US-Börsen aktuell an einer entscheidenden Position, denn bei der Rallye der letzten Wochen könnte es sich lediglich um eine Bärenmarktrallye gehandelt haben. Dann müssten sich die Marktteilnehmer jetzt defensiver positionieren. Die US-Indizes müssten sich aktuell stabil über der 200-Tage-Linie halten, um eine Bestätigung für weiteres Aufwärtspotenzial generieren zu können.

Bund Future

Der Bund Future notiert derzeit bei 175,66 Punkten. In der vergangenen Woche verlor das Rentenbarometer 153 Ticks. Einige technische Indikatoren sind mittlerweile jedoch im überverkauften Bereich und signalisieren somit, dass beim Bund Future Erholungspotenzial vorhanden sein könnte. Der nächste Widerstand befindet sich in Form der 38-Tage-Linie bei 176,58 Punkten. Ein Überwinden könnte im Erfolgsfall bis zur Marke von 178 Punkten führen. Auf der Unterseite befindet sich die 90-Tage-Linie bei 175,28 und die 200-Tage-Linie bei 173,89 Punkten.

Einschätzung

Es zeigt sich aktuell, dass es für die Indizes schwerfällt, die genannten Widerstandszonen nachhaltig zu überwinden. Hinzu kommt, dass aktuell die Saisonalität gegen weiter steigende Aktienkurse spricht. Wir bleiben daher bei Aktieninvestment global diversifiziert und achtsam positioniert.

Stand: 31. August 2020 – Bitte beachten Sie unsere rechtlichen Hinweise.

Gemälde GL-Saal
Christian Barth

Christian Barth

Der Diplom-Betriebswirt (FH) und Bankkaufmann ist seit 1998 bei der Fürst Fugger Privatbank Aktiengesellschaft beschäftigt. Nach der Tätigkeit im Private Banking ist er nun im Bereich Fondsmanagement tätig. Seine Aufgaben umfassen das Management von drei Dachfonds sowie die Analyse von zahlreichen Aktien-, Renten- und Immobilienmärkten.

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