Technischer Aktien- und Rentenmarktkommentar

für die Woche vom 21. – 25. September 2020

DAX

Der Deutsche Aktienindex verlor in der vergangenen Handelswoche 87 Punkte oder 0,66 %. Am vergangenen Freitag zogen die Umsätze beim DAX deutlich an, dies lag jedoch am großen Verfallstermin an den Terminbörsen. Nach einer positiven Eröffnung schloss der DAX letztendlich im negativen Bereich. In der heutigen Eröffnung sorgt die Mischung aus Corona, dem zunehmenden Chaos beim Brexit und die bevorstehenden Wahlen in den USA für stärker fallende Kurse. Zudem kommt das US-Konjunkturpaket nicht voran, sodass die Volatilität nach unten zunehmen könnte. Der DAX durchbricht in der heutigen Eröffnung wichtige Unterstützungen. Neben dem seit Mitte Juni bestehenden Aufwärtstrend (aktuell bei 13.034 Punkten) kann die bei 12.944 Punkten notierende 38-Tage-Linie keinen Halt bieten. Nächste Unterstützung findet sich bei 12.581 Punkten (90-Tage-Linie). Auf der Oberseite bedarf es eines Anstiegs über den massiven Widerstandsbereich bei 13.339/14.460 Punkten, um weiteres Aufwärtspotential Richtung 14.000 Punkten zu eröffnen.

Euro Stoxx 50

Der Euro Stoxx 50 ging am Freitag mit einem Punktestand von 3.283 Punkten aus dem Handel und erzielte auf Wochensicht einen Kursverlust von 0,97 %. Aus technischer Perspektive verlief der Euro Stoxx 50 seit mehreren Wochen in einer engen Trading-Range, die um die 200-Tage-Linie oszillierte. Die latente Intraday Schulter-Kopf-Schulter Formation, deren linke Schulter sich im Juni und deren Kopf sich im August gebildet hat, signalisiert nach Abschluss der rechten Schulter zu Beginn des Septembers eine Trendwendeformation, deren Ausbruchspunkt mit dem heutigen schwachen Wochenstart möglicherweise eingeleitet wurde. Zudem wurde das untere Bollinger-Band bei 3.306 Punkten gerissen. Eine technische Unterstützungslinie findet sich bei der 100-Tage-Linie bei 3.210 Punkten, die jedoch bereits unter Druck steht. Technisch wirkt der Euro Stoxx 50 angeschlagen und die Wahrscheinlichkeit eines Ausbruchs nach unten aus der Seitwärtsbewegung erscheint hoch. In einer Aufwärtsbewegung sehen wir die 200-Tage-Line bei 3.280 Punkten als größten Widerstandbereich.

Dow Jones Industrial

Der Dow Jones konsolidierte in der vergangenen Woche minimal um 8 Punkte und ging nahezu unverändert aus der Handelswoche. Er schloss bei 27.657 Punkten. Die marktbreiten Indizes verloren etwas mehr, mit dem S&P 500 (-0,6 %) und dem Nasdaq Composite (-0,6 %). Lediglich Small Caps tendierten gegen den Trend, so legte der Russell 2000 (+2,6 %) zu. Bis zur Sitzung der US-Notenbank zeigten sich die US-Börsen robust, erst danach kroch eine gewisse Unsicherheit in die US-Aktienmärkte, obwohl eigentlich keine Neuigkeiten kommuniziert wurden. Gesucht waren letzte Woche unterbewertete Aktien aus den Sektoren Energie, Industrie, Rohstoffen und Pharma. Die Konsolidierung der letzten 3 Wochen hat den Dow Jones inzwischen bis zu einem Test der 50-Tage-Linie geführt (aktuell bei 27.472 Punkten). Sie hat zunächst gehalten, wenig weiter oben verläuft die 38-Tage-Linie (aktuell bei 27.745 Punkten), die sicher am Freitag als Widerstand gezeigt hat. Auch das Verlaufshoch vom 8. Juni 2020 verläuft mit 27.580 Punkten in diesem Bereich und zeigt seine unterstützende Wirkung. Nach einigen negativen Wochenentwicklungen scheint eine technische Gegenbewegung nach oben in dieser Woche möglich. Wir sehen aber aktuell das Erreichen des Verlaufshochs von Anfang September bei 29.199 Punkten als maximales Kursziel einer Gegenbewegung. Die Divergenzen, die sich seit geraumer Zeit herausgebildet haben, sollten nur über einen längeren Zeitraum abgebaut werden können und mahnen nach wie vor zur Vorsicht. Ein Retest der 200-Tage-Linie (aktuell bei 26.298 Punkten) wird über kurz oder lang kommen und wird mehr Klarheit über die mittelfristige Ausrichtung der US-Märkte bringen. Wir sehen die US-Börsen aktuell an einer entscheidenden Position, denn bei der Rallye der letzten Wochen könnte es sich lediglich um eine Bärenmarktrallye gehandelt haben. Dann müssten sich die Marktteilnehmer jetzt defensiver positionieren. Die US-Indizes müssten sich aktuell stabil über der 200-Tage-Linie halten, um eine Bestätigung für weiteres Aufwärtspotenzial generieren zu können.

Bund Future

Durch den Kontraktwechsel verlor der Bund Future in der vorletzten Handelswoche zunächst, im Anschluss daran war eine Seitwärtsbewegung festzustellen. Aktuell notiert das Rentenbarometer bei 174,38 Punkten, wobei er von den Kursverlusten an den Aktienmärkten nur leicht profitiert. Die technischen Indikatoren sind derzeit in der Summe neutral bis leicht positiv zu werten. Wir erwarten eine anhaltende Seitwärtsbewegung.

Einschätzung

Die zunehmenden Infektionszahlen in vielen unserer Nachbarländer, aber auch bei uns in Deutschland, sorgen für zunehmende Unsicherheit unter den Anlegern. Zudem rückt der Wahltermin in den USA immer näher und zugleich scheint die Korrektur bei den US-Technologiewerten noch nicht ausgestanden. Beim DAX sorgen die weiterhin bestehenden negativen Divergenzen der Marktindikatoren zum Index für Verunsicherung. Bis Ende des Septembers erwarten wir mehr Klarheit, wohin der Markt tendieren wird.

Stand: 21. September 2020 – Bitte beachten Sie unsere rechtlichen Hinweise.

Gemälde GL-Saal
Dieter Langenbucher

Dieter Langenbucher

Der Diplom-Kaufmann univ. ist seit 2005 Portfoliomanager bei der Fürst Fugger Privatbank Aktiengesellschaft und managt den FFPB MultiTrend Flex und den FFPB Rendite. Zudem ist er Mitglied des Anlageausschusses für institutionelle Mandate. Sein besonderes Interesse gilt der Marktstrategie.

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