Technischer Aktien- und Rentenmarktkommentar

für die Woche vom 19. – 23. Oktober 2020

DAX

Wieder einmal gelang es dem DAX nicht, die in der Vorwoche erzielten Kursgewinne zu verteidigen bzw. auszubauen. Der Deutsche Aktienindex verlor in der vergangenen Handelswoche 142 Punkte oder 1,08 %. Der DAX schloss bei 12.909 Punkten. Trotz weiter stark ansteigender Neuinfektionen mit dem Coronavirus starten die Börsen heute mit Kursgewinnen. Damit folgen sie den Vorgaben der Wall Street sowie den asiatischen Börsen. Positiv werden die heute veröffentlichten Konjunkturdaten aus China aufgenommen. Trotz des freundlichen Wochenstarts bleibt der DAX seit Wochen in seiner Range 12.250 zu 13.314 Punkten gefangen. Aktuell notiert der DAX oberhalb der bei 12.957 Punkten verlaufenden 38-Tage-Linie. Kurzfristig bedarf es eines Anstiegs über die seit dem Hoch vom 03.09.2020 bestehende Abwärtstrendlinie bei aktuell 13.095 Punkten, um die vorgenannte Marke in Angriff nehmen zu können. Unterstützungen finden sich bei 12.900 Punkten, gefolgt von 12.840 Punkten sowie 12.700 Punkten. Unterhalb von 12.400 Punkten droht ein Test der unteren Begrenzung der aktuellen Handelsspanne 12.250/13.314 Punkten.

Euro Stoxx 50

Der Euro Stoxx 50 ging am Freitag mit einem Punktestand von 3.245 Punkten aus dem Handel und erzielte auf Wochensicht einen Kursverlust von -0,86 %. In der vergangenen Woche konnte der Euro Stoxx 50 die 3.300 Punkte-Marke nicht verteidigen und brach sogar am 15.10.2020 deutlich bis tief in seine Stabilisierungszone bei ca. 3.200 Punkten ein. Positiv zu bewerten ist, dass die Stabilisierungszone gehalten hat und eine Erholungsbewegung leicht über die 200-Tage-Linie vollzogen wurde, wodurch der Euro Stoxx 50 trotz Gewinnmitnahmen die Woche vergleichsweise stabil abschloss. Der Euro Stoxx 50 verbleibt somit leicht über seiner Unterstützungszone aber unter dem neuralgischen Wendebereich bei der 50- und 100-Tage-Linie bei ca. 3.275 Punkten. Auf dem Weg zu der 3.300 Punktemarke ist somit erneut mit Rücksetzern bis in die Stabilisierungszone der letzten Monate bei ca. 3.200 Punkten zu rechnen. Zudem deutet der Verlauf der Bollinger-Bänder (hohes Bollinger-Band liegt bei 3.305 Punkten und niedriges Bollinger-Band bei 3.127 Punkte) darauf hin, dass kurzfristige Bewegungen nach unten deutlich mehr Luft als nach oben haben.

Dow Jones Industrial

Der Dow Jones konsolidierte in der vergangenen Woche überwiegend, legte jedoch leicht um 0,1 % zu. Nach einem robusten Wochenauftakt sorgten Gewinnmitnahmen aufgrund der beginnenden Berichtssaison für eine milde Konsolidierung. Er schloss bei 28.606 Punkten. Aus unserer Sicht ist die Konsolidierung noch nicht ganz ausgestanden und so könnten wir erneut eine eher durchwachsene Börsenwoche an den US-Börsen sehen. Auf der Unterseite ist die 50-Tage-Linie (aktuell bei 27.969 Punkten) die nächste Unterstützung. Der Bereich bei 28.000 Punkten ist eine sehr robuste Unterstützungszone, so dass wir davon ausgehen, dass diese zunächst halten wird. Aus unserer Sicht hat die Aufwärtsbewegung nach einer Konsolidierungsphase durchaus noch Potenzial. Sie könnte uns im weiteren Oktoberverlauf begleiten und so könnten wir vor der US-Wahl im Bereich des Allzeithochs von 29.569 Punkten stehen. Zunächst muss jedoch das Verlaufshochs von Anfang September bei 29.199 Punkten überwunden werden. Dennoch halten wir es nach wie vor für möglich, dass es sich bei der Erholung seit Ende März nur um eine Bärenmarktrallye handelt. Wir erwarten uns eine klarere Einsicht nach den US-Wahlen.

Bund Future

Der Bund Future notiert aktuell bei 175,95 Prozentpunkten. Damit konnte der Future allein in der letzten Woche um 120 BP zulegen. Wir sehen dies als Reaktion auf die stark angestiegen Neuinfektionszahlen. Wir gehen davon aus, dass die Risikoaversion noch länger bestehen bleibt und somit gute Chancen bestehen, dass der Bund Future auf dem hohen Niveau verharren kann. Widerstände finden sich bei 176,94 Prozentpunkten sowie bei 177,17/37 Prozentpunkten. Unterstützungen lassen sich bei 175,71 Prozentpunkten gefolgt von 175,07 und 174,76 Prozentpunkten ausmachen.

Einschätzung

Die Unsicherheit über das weitere Ausmaß der Corona-Pandemie, die bevorstehenden US-Wahlen aber auch die never ending Story Brexit dürften die Kapitalmärkte auch weiterhin belasten. Solange beim DAX die vorherrschende Seitwärtsrange nicht verlassen wird, bleiben wir neutral positioniert.

Stand: 19. Oktober 2020 – Bitte beachten Sie unsere rechtlichen Hinweise.

Gemälde GL-Saal
Norbert Frey

Norbert Frey

Leiter Fondsmanagement. Nach dem Studium der Wirtschaftswissenschaften war er bei Banken und Versicherungen tätig und verfügt über eine mehr als 30-jährige Berufserfahrung.

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