Inflation der Vermögenspreise

Warum Aktien trotzdem nicht zu teuer sind

Die Aktienmärkte haben sich in den letzten Wochen bemerkenswert robust gezeigt. Traditionell sind die Sommermonate an den Börsen eher etwas unruhig. Dieses Jahr nutzten die Anleger aber schon kleine Korrekturen für den Einstieg oder um nachzukaufen.

Wie schon wiederholt festgestellt wurde, wartet immer noch sehr viel Geld darauf, investiert zu werden. Trotzdem herrscht dabei derzeit eine gewisse Vorsicht an den Märkten, so dass keine ungesunde Euphorie zu beobachten ist.

Hinzu kommt, dass die Unternehmen „geliefert“ haben: Ihre Gewinne haben fast durchgehend die ohnehin schon hochgesteckten Erwartungen übertroffen. Gleichzeitig haben im August vor allem die europäischen Märkte seitwärts tendiert. Gestiegene Gewinne einerseits und nicht gestiegene Börsenkurse andererseits ergeben, dass Aktien relativ etwas günstiger geworden sind.

Vergleicht man die Aktienmärkte in den USA und in Europa miteinander, dann spricht das Momentum für die USA. Die Stärke des US-Aktienmarkts hat sich in den letzten Jahren manifestiert und wird sich aufgrund der politischen Lage in Europa kaum ändern. Eher müsste man hinter die Wettbewerbsfähigkeit Europas in den kommenden Jahren ein Fragezeichen setzen.

Ernsthafte Alternativen zu Aktieninvestments sind derzeit nicht erkennbar. Für Unternehmensanleihen mit mittlerer Bonität und Laufzeit sind derzeit Negativzinsen zu zahlen. Damit fallen sie nun vorerst als solides Investment und Portfoliostabilisator weg. Energie, Frachtraten, Stahl, Holz, Immobilien und Rentenpapiere – alles wird teurer. Auch wenn die die Inflation wieder abflacht, wofür es in den USA schon die ersten Anzeichen gibt, wird uns die Knappheit vieler Dinge noch eine Weile begleiten. Zumindest bei Aktien wachsen die Gewinne jedoch nach und unterlegen die Kurse.

Somit bleiben Aktien die beste Wahl, um sich gegen Inflation und Negativzins zu wappnen. Wer eine hohe Gewichtung in Aktien hatte, lag bisher richtig. Ebenso richtig war es zuletzt, einige Gewinnen mitzunehmen. In den kommenden Wochen sollten sich jedoch wieder Gelegenheiten zum Einstieg bieten.

Rainer Weyrauch

Leiter der Niederlassung Köln, Mitglied des Dreiermanagementgremiums für die zentrale und unabhängige Vermögensverwaltung der FFPB. Verantwortlich für das Management von Spezialfonds und Vermögensverwaltungen für Pensionskassen, Family Offices, Arbeitgeberverbände, Spendenorganisationen, Stiftungen und Unternehmen. Seit 1985 im Renten- und Aktiengeschäft tätig. Financial Planner und Stiftungsexperte.

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