Investieren in das asiatische Jahrhundert

Asien entwickelt sich zu einer strategischen Anlageklasse

Fast immer, wenn die Sprache auf den Aufschwung nach Corona kommt, werden die USA als Beispiel genannt. Für Norbert Frey, Leiter Fondsmanagement der Fürst Fugger Privatbank lohnt jedoch gerade für langfristig orientierte Anleger auch der Blick nach Asien: „Die Aufholdynamik in Asien ist vielleicht geringer als in den USA. Das hängt aber damit zusammen, dass die Einbrüche im Jahr 2020 auch geringer ausgefallen waren.“ Im Falle Chinas sei laut Frey sogar ein Wachstum zu verzeichnen gewesen – trotz Corona.

Zusätzliches Potenzial hätten die asiatischen Märkte durch das Freihandelsabkommen RCEP bekommen, das den Warenhandel, Dienstleistungsverkehr und Investitionen zwischen 15 Ländern regelt, in denen 30 % der Weltbevölkerung leben. Das Abkommen soll das langfristige Wachstum in der Region sichern, indem es Handelsbarrieren abbaut und ausländische Direktinvestitionen weiter fördert. 2020 überholte China mit 163 Mrd. US-Dollar bereits die USA als weltweit größter Empfänger ausländischer Direktinvestitionen.

„Am meisten profitieren die südostasiatischen Länder wie Vietnam“, meint Norbert Frey. „Sie investieren gerade massiv in den Aufbau von Produktionsstandorten, um die Nachfrage von Importeuren zu decken, die nicht mehr nur von China abhängig sein wollen.“

Wo Licht ist, da sieht Frey auch Schatten. Dazu gehöre etwa, dass die Rhetorik zwischen den USA und China wieder schärfer würde und mit gegenseitigen Handelsbeschränkungen zu rechnen sei. Dennoch ist Norbert Frey überzeugt: „Die asiatischen Schwellenländer und ihre Aktienmärkte dürften sich in den nächsten fünf Jahren deutlich stärker entwickeln als die Industrieländer.“ Dies gelte auch für Anleihen asiatischer Lokalwährungen, während Investoren in den Industrieländern inflationsbereinigt mit Kapitalverlusten rechnen müssten.

Stand das 19. Jahrhundert wirtschaftlich im Zeichen von Europa und war das 20. Jahrhundert eng mit dem Aufstieg der USA verbunden, so wird für Frey das 21. Jahrhundert Asien gehören. Er meint: „Asien entwickelt sich zu einer strategischen Anlageklasse.“ Die Region sei bereit, alles dafür zu tun, um sich bei internationalen Investments ein größeres Stück vom Kuchen zu sichern. Für ihn ist daher klar: „Anleger müssen ihre Portfolioallokationen überdenken und dem zunehmenden Einfluss Asiens auch in ihrem Depot Rechnung tragen.“

Norbert Frey

Norbert Frey

Leiter Fondsmanagement. Nach dem Studium der Wirtschaftswissenschaften war er bei Banken und Versicherungen tätig und verfügt über eine mehr als 30-jährige Berufserfahrung.

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