Mit angezogener Handbremse: Kein Konjunkturpaket für die US-Wirtschaft – noch nicht…

US-Wahlkampf verhindert Stimulationspaket

Die US-Wahlen am 3. November nahen und der Ton im Wahlkampf wird schriller. Team Biden beschwört den Untergang der Demokratie und Team Trump den der amerikanischen Wirtschaft im Falle eines Wahlsiegs der Demokraten. Für Marko Behring, Leiter Asset Management der Fürst Fugger Privatbank, ist das Wahlgeplänkel: „Keine der Parteien in Washington hat ein Interesse an einer schwachen Wirtschaft – weder Republikaner noch Demokraten.“ Und doch ist es genau das, was die amtierende US-Regierung gegen den demokratischen Herausforderer ins Feld führt: eine wirtschaftsfeindliche Ausrichtung.

Marko Behring verweist auf die Statistik: „Die Zahlen lügen nicht. Unter Clinton ist der S&P 500 um 210 % gestiegen und unter Obama um 182 %. Wirtschaftsfeindlichkeit sieht anders aus.“

Umso einfacher müsste eigentlich ein Corona-Stimulationspaket zu verabschieden sein. Tatsächlich hätten viele Beobachter eine schnelle Einigung zwischen Demokraten und Republikanern für möglich gehalten, meint Marko Behring. „Mittlerweile müssen wir davon ausgehen, dass es vor den Wahlen keine Einigung zum neuen Corona-Stimulationspaket geben wird.“ Im Umkehrschluss bedeutet dies, dass nach der Wahl die Blockade aufgehoben werden könnte. „Spätestens nach den Wahlen dürfte der Präsident – wer es dann auch ist – die Mutter aller Stimulationspakete schnüren.“ So kann er mit Rückenwind in seine Legislatur starten. Für Marko Behring ein klarer Fall: „Keiner der Kandidaten will sich vorwerfen lassen wollen, er hätte nicht alles getan, um die Wirtschaft wieder in Schwung zu bringen. Das zweite Corona Stimulationspaket in den USA wird daher kommen!“

Spannend kann es in den kommenden Wochen auch auf unserer Seite des Atlantiks werden: Es läuft der Countdown zum Brexit ohne Vertrag. London erklärte zwar, dass man auf alle Eventualitäten vorbereitet sei, und auch die Aktienmärkte sind darauf eingestellt. Jedenfalls auf ein Scheitern, meint Behring: „Eine kaum mehr erwartetet Lösung bei den Brexit-Verhandlungen wäre eine echte Überraschung. Die könnte die Märkte durchaus antreiben.“

Foto Marko Behring

Marko Behring

Leiter Asset Management. Nach seinem Studium der Betriebswirtschafslehre und einer Tätigkeit bei einem Hamburger Bankhaus trat er 2011 in die Fürst Fugger Privatbank ein. Er ist Teil des Managementgremiums des FFPB Dividenden Select und zudem verantwortlich für die Verwaltung von Spezialmandaten.

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