Schwerpunkt USA und exzellente Geschäftsmodelle

Sehr geehrte Damen und Herren,

in der aktuellen Gemengelage an den Märkten die Übersicht zu bewahren, ist derzeit anspruchsvoll, denn es greifen mehrere Faktoren ineinander: Materialmangel, Inflationsdruck, Zinserhöhungen und Rezessionstendenzen – um nur die wichtigsten zu nennen.

Die Gründe für den weltweiten Inflationsdruck sind bekannt. Die Notenbanken haben erst spät konkret gegengesteuert. Einige Gründe für den Inflationsdruck, sind mittlerweile bereits weggefallen. So sind viele Rohstoffpreise schon wieder auf Vorkriegs-Niveau. Auch die eher rezessiven Tendenzen nehmen Druck von der Inflationsfront und verringern somit die verschärfte Notwendigkeit von Zinserhöhungen. Die Folge daraus: Die Zinsen bei langlaufenden Staatsanleihen sind bereits wieder auf dem Weg nach unten.

Die Zinserhöhungen waren aber das größte Problem der Aktienmärkte. Dies gilt besonders für Technologieaktien, die am meisten zu leiden hatten. Dieser Trend scheint sich gerade deutlich umzukehren: Gute Technologiewerte erholen sich atemberaubend schnell. Gerade in diesem Bereich sind letztlich noch für viele Jahre die vielversprechendsten Geschäftsmodelle zu erwarten.

Auch in der Breite (Value Werte) gibt es Erholungstendenzen, weil vielleicht doch nicht alles so schlimm kommen könnte, wie befürchtet. Die europäischen (und deutschen) Aktienmärkte sind, so wie jedes Jahr, in der Performance schon wieder hinter den S&P und Dow Jones zurückgefallen. Berücksichtigt man die Entwicklung des Dollar gegenüber dem Euro, wären es noch einmal ca. +15 % zugunsten der USA. Und der Nasdaq holt gerade kräftig auf.

Auf der Rentenseite ergaben sich vor einigen Wochen attraktive Chancen bei guten Bonitäten. Kaum zu glauben, aber nach langen Jahren gab es tatsächlich einmal wieder echte Rendite. Wer konnte, war gut beraten, in diesem Zeitfenster so viele längere Laufzeiten zu kaufen, wie der Markt hergab. Leider bleibt das Material knapp. Die Papiere, die verfügbar waren, haben bereits zweistellige Kursgewinne eingebracht und werden noch für einige Jahre Grundrendite sorgen.

Ist also schon wieder alles gut? Nein, definitiv nicht. Der Winter wird uns noch einige Sorgen bereiten, vor allem in Europa. Und auch weltweit wartet noch so manches Damoklesschwert. Eines von ihnen hängt beispielsweise über Taiwan. Es ist also keineswegs Unbeschwertheit angebracht. Aber – wie schon oft geschrieben: Krisen bieten auch gute Einstiegsmöglichkeiten. Dies dürfte auch noch für die kommenden Monate gelten. Die Schwankungen werden zwar bleiben, aber wer auf die USA setzt sowie auf Werte mit einem unzweifelhaften Geschäftsmodell und eigener Preissetzungsmacht, der kann selbst im derzeitigen Marktumfeld in den kommenden 12 Monaten noch einige Freude haben.

Rainer Weyrauch

Leiter der Niederlassung Köln, Mitglied des Dreiermanagementgremiums für die zentrale und unabhängige Vermögensverwaltung der FFPB. Verantwortlich für das Management von Spezialfonds und Vermögensverwaltungen für Pensionskassen, Family Offices, Arbeitgeberverbände, Spendenorganisationen, Stiftungen und Unternehmen. Seit 1985 im Renten- und Aktiengeschäft tätig. Financial Planner und Stiftungsexperte.

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