Unsicherheit dominiert die Märkte

Monatskommentar Februar 2022

Unsicherheit ist das schlimmste Gift für Börsen. Schlimmer als das befürchtete Ereignis selbst. Ist es nämlich erst einmal eingetreten, dann ist es meist schnell verarbeitet und die Börsen versuchen, zur Tagesordnung überzugehen. Aktuell sind es hauptsächlich zwei Fragen, von denen Unsicherheit für die Märkte ausgeht: Wie schnell reagieren die Notenbanken auf die explodierte Inflation? Und wie weit werden sie dabei gehen?

Die meisten Marktteilnehmer haben die Inflationsentwicklung unterschätzt. Bisher hatte das nur marginale Auswirkungen. Nun sieht es jedoch so aus, als würde sich die Inflation verstetigen, die übrigens auch politisch über die Energiepreise gewollt ist, zumindest aber befeuert wird. Die Notenbanken sind gezwungen zu handeln. Für viele der heutigen Marktteilnehmer ist das ein Novum. Sie kennen Zinserhöhungen und Inflation aus den Lehrbüchern und den Erzählungen älterer Kolleginnen und Kollegen.

Die Notenbanken geben jedoch derzeit kein einheitliches Bild ab. Solange sich dieses unklare Handlungsbild der Notenbanken aber weiter hinzieht, ist Unsicherheit im Markt und die Schaukelbörsen werden anhalten. Daran dürften auch gute Unternehmensergebnisse wenig ändern, die die Stimmung allenfalls kurzfristig aufhellen. Trotzdem lässt sich beobachten, dass bisher weiterhin die Käufer zurückkommen, was für eine gewisse Grundstabilität sorgt. Im Verlauf der kommenden Monate wird sich auch eine gewisse Gewöhnung an die neue Welt der steigenden Zinsen einstellen. Und wieder einmal werden sich Aktien als die Anlageform erweisen, mit der man sinnvoll der Geldentwertung entgegenwirken kann.

Fazit: Die beschriebene Unsicherheit wird uns in den nächsten Monaten erhalten bleiben. Die Märkte werden sich jedoch nach und nach auf das neue Umfeld einstellen. Die wesentlichen Impulse dafür sind dabei von der US-Notenbank Fed zu erwarten. Dann werden die Unternehmensergebnisse wieder in den Vordergrund treten und den Märkten Auftrieb verleihen. Wir gehen daher weiterhin von einer moderat positiven Jahresperformance aus. Als derzeit größtes geopolitisches Risiko bleibt der Ukraine-Konflikt. Wir gehen derzeit nicht davon aus, dass er eskaliert, können es aber auch nicht gänzlich ausschließen. Als „Versicherungspolice“ haben wir daher mit einer auskömmlichen Goldbeimischung vorgesorgt.

Rainer Weyrauch

Leiter der Niederlassung Köln, Mitglied des Dreiermanagementgremiums für die zentrale und unabhängige Vermögensverwaltung der FFPB. Verantwortlich für das Management von Spezialfonds und Vermögensverwaltungen für Pensionskassen, Family Offices, Arbeitgeberverbände, Spendenorganisationen, Stiftungen und Unternehmen. Seit 1985 im Renten- und Aktiengeschäft tätig. Financial Planner und Stiftungsexperte.

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