Wird Europa zum Liebling der Anleger?

USA gut, aber Europas Märkte laufen etwas besser.

Viele Augen waren in der vergangenen Woche auf Nvidia gerichtet – und der Chiphersteller hat geliefert. Die starken Nvidia-Ergebnisse gaben den Tech-Aktien Schub, doch nicht gleichzeitig auch allen anderen: Small-Caps und der Dow Jones hatten das Nachsehen, wobei den Dow Schwächen im Transportsektor, bei Banken und im Energiesektor belasteten. Insbesondere der schwache Transportsektor könnte ein Indikator dafür sein, dass die US-Wirtschaft langsam beginnt, sich abzukühlen. Das ist jedoch noch kein Grund zur Sorge. Aktuell ist in den USA noch alles im Rahmen. Der Arbeitsmarkt zeigt zwar leichte Anzeichen einer Abkühlung, aber erweist sich noch als robust. Sowohl im verarbeitenden Gewerbe als auch im Dienstleistungssektor in den USA sind die Einkaufsmanager nach wie vor optimistisch. Auch hier gibt es also noch kein Warnsignal: Wir sehen zwar erste kleine Anzeichen, dass es im zweiten Halbjahr konjunkturell etwas ruhiger laufen dürfte, das sind aber noch keine Rezessionssignale.

Das nahende Ende des ersten Halbjahrs vor Augen, lautet die Gretchenfrag für Anleger nun, ob es sich noch lohnt, einzusteigen. Schließlich sind gerade die US-Tech Titel schon sehr gut gelaufen und entsprechend hoch bewertet. Für uns heißt das zwar noch nicht, dass die Rally kurz vor ihrem Ende steht, aber dennoch kann es nicht schaden, sich auch woanders umzusehen. So lohnt sich etwa ein Blick nach Europa. Die Bewertungen sind durch die Bank günstiger und der Markt scheint aufzuholen: Während der Dow Jones dieses Jahr nur knapp über 3 Prozent zulegen konnte, waren es beim DAX immerhin 11 Prozent. Das ist den Anlegern nicht verborgen geblieben. Ein Blick in das restliche Europa zeigt, dass die Aktienmärkte auf dem alten Kontinent dieses Jahr generell alles andere als schlecht laufen: der italienische FTSE MIB plus 13 Prozent, der spanische IBEX 35 plus 11 Prozent und der FTSE 100 in UK plus 7 Prozent. Besonders auffällig: der Euro Stoxx Technology Index, ein Subindex der europäische Technologieaktien umfasst, liegt dieses Jahr mehr als 20 Prozent im Plus. Auf einmal läuft auch Euro-Tech. Und auch die über Jahre hinweg gemiedenen europäischen Banken sind plötzlich gefragt wie lange nicht mehr. Der DAX Sector Banks Index, notiert dieses Jahr knapp 40 Prozent im Plus.

Fazit: Die US-Börsen sind schon relativ heiß gelaufen und es lohnt sich definitiv ein Blick auf die europäischen Märkte. Auch wenn die Kurse in diesem Jahr schon angezogen haben, gibt es im Vergleich zu den USA immer noch günstige Titel, die noch weiteres Nachholpotential vermuten lassen.

Foto Marko Behring

Marko Behring

Leiter Asset Management. Nach seinem Studium der Betriebswirtschafslehre und einer Tätigkeit bei einem Hamburger Bankhaus trat er 2011 in die Fürst Fugger Privatbank ein. Er ist Teil des Managementgremiums des FFPB Global Flex und des FFPB Konservativ und zudem verantwortlich für die Verwaltung von Spezialmandaten.

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