Marktimpressionen

Zum Wochenausklang dürfte der DAX erneut unter Druck stehen. Berechnungen von Banken und Brokern zufolge notiert der deutsche Leitindex aktuell 0,3 Prozent tiefer bei 15.271 Punkten. Am Donnerstag hatten die deutschen Standardwerte 0,8 Prozent höher auf 15.321 Punkten geschlossen. Es hatte den Anschein, als hätte der deutsche Leitindex wieder die Kurve bekommen, nachdem er im Wochenverlauf bis auf 15.072 Zähler abgerutscht war. Unterstützung kam dabei von der EZB-Sitzung, die sich im Kampf gegen die Auswirkungen der Corona-Pandemie weiterhin alle Optionen offenhält. EZB-Chefin Christine Lagarde unterstrich, dass eine geldpolitische Unterstützung auch zum jetzigen Zeitpunkt immer noch nötig sei. Damit versuchte sie, eine Debatte über ein Ende des Anleihenkaufprogramms gar nicht erst aufkommen zu lassen. Von der Wallstreet sind die Vorgaben auch eher negativ. Ein Bericht über höhere Steuern auf Kapitalerträge lastete auf den Kursen. US-Präsident Joe Biden will Insidern zufolge für Investitionen in Bereiche wie Bildung und Kinderversorgung die Steuern für Wohlhabende deutlich anheben. Für Bürger mit einem Jahreseinkommen von mehr als eine Million Dollar soll demnach die Kapitalertragsteuer auf 39,6 Prozent fast verdoppelt werden. Als Reaktion schloss der Standardwerteindex Dow Jones 0,9 Prozent tiefer auf 33.815 Punkten, wie auch der breit gefasste S&P 500, der bei 4.134 Punkten aus dem Handel ging. Der technologielastige Nasdaq gab sogar 1,24 Prozent auf 13.762 Punkte nach. Die Börsen Asiens haben am Freitag keine einheitliche Richtung eingeschlagen. Der japanische Leitindex Nikkei 225 büßte zuletzt 0,77 Prozent ein. Der CSI-300-Index mit den 300 größten Unternehmen, die an Chinas Festlandsbörsen gelistet sind, legte hingegen um 0,55 Prozent zu und der Hongkonger Hang Seng gewann 0,73 Prozent.

Am Devisenmarkt ist der Euro am Freitag im frühen Handel leicht gestiegen. Am Morgen kostete die Gemeinschaftswährung 1,2030 US-Dollar und damit etwas mehr als am Vorabend. Die Ölpreise haben am Freitag ihre leichten Aufschläge vom Vortag moderat ausgeweitet. Am Morgen kostete ein Barrel der Nordseesorte Brent 65,75 US-Dollar. Das waren 35 Cent mehr als am Donnerstag. Der Preis für ein Fass der US-Sorte West Texas Intermediate stieg um 45 Cent auf 61,88 Dollar.

Audi machen Halbleiter-Probleme zu schaffen. Die VW-Tochter stoppt einem Zeitungsbericht zufolge wegen Problemen bei der Versorgung mit Halbleitern am Standort Neckarsulm kommende Woche teilweise die Produktion. Der Auto- und Lkw-Bauer Daimler hat mit der Erholung an den weltweiten Automärkten im ersten Quartal unter dem Strich einen satten Gewinn eingefahren. Der auf die Aktionäre entfallende Gewinn lag bei 4,29 Milliarden Euro nach 94 Millionen Euro im Vorjahreszeitraum, wie der Dax-Konzern am Freitag in Stuttgart mitteilte. Die Prognose für die Profitabilität in der Pkw-Sparte hob Daimler nach dem starken Quartal an.

Am ersten Tag des virtuellen Klimagipfels bzw. auch schon im Vorfeld davon setzten sich verschiedene Staaten neue, ehrgeizigere Klimaziele. Länder wie die USA, China, Japan oder auch die EU planen ihre Treibhausgasemissionen in den nächsten Jahren drastisch zu reduzieren. Das Thema Nachhaltigkeit dürfte vor diesem Hintergrund auch den Finanzmärkten auf Dauer erhalten bleiben.

Das Gesetz zur „Notbremse“ tritt heute in Kraft, greift aber faktisch erst ab Samstag. Bundesgesundheitsminister Spahn erwartet, dass ab Juni keine Priorisierungen beim Impfen mehr vorgenommen werden müssen.

Heute erwarten wir Zahlen zu den Einkaufsmanagerindizes aus dem verarbeitenden Gewerbe sowie dem Dienstleistungssektor. Während in den USA mit leichten Anstiegen gerechnet wird, könnte es in Deutschland zu minimalen Rücksetzern kommen.

 

Wir wünschen Ihnen einen erfolgreichen Start in den letzten Handelstag dieser Woche!

Stand: 23. April 2021 – Makroökonomische Betrachtungen und Meinungen der Fürst Fugger Privatbank werden unter Verwendung von öffentlich zugänglichen Quellen mit größtmöglicher Sorgfalt ohne Gewähr für die Richtigkeit der Angaben recherchiert. Bitte beachten Sie unsere rechtlichen Hinweise.