Marktimpressionen

Die Ängste vor einem noch schärferen Lockdown werden in dieser Woche immer größer. Am Dienstag werden Bund und Länder über noch strengere Restriktionen im Kampf gegen die Corona-Pandemie tagen. Anleger fürchten eine erneute Eintrübung der Konjunktur, nachdem bereits im vergangenen Jahr die Wirtschaftsleistung um 5,0 Prozent eingebrochen war. Dementsprechend wird der Dax zum Wochenauftakt an die Verluste der vergangenen Woche anknüpfen und bei 13.741 Punkten und einem Minus von 0,3 Prozent in den Handel starten. An den amerikanischen Börsen zeigt sich ein ganz ähnliches Bild. Zum Wochenausklang wurde einmal mehr klar, wie sehr das Coronavirus die amerikanische Wirtschaft immer noch beutelt. So erzielten die US-Einzelhändler wegen einer stärkeren Kaufzurückhaltung der Amerikaner im Dezember erneut weniger Umsatz. Auch das knapp zwei Billionen US-Dollar schwere Konjunkturpaket des künftigen US-Präsidenten Joe Biden konnte die Nerven der Anleger nicht beruhigen. Investoren fürchten Steuererhöhungen, um die Konjunkturpakete zu finanzieren. Infolgedessen zeigten sich auch die US-Börsen am vergangenen Freitag schwächer. Der Dow-Jones-Index der Standardwerte konnte seine Verluste im Handelsverlauf immerhin etwas eindämmen und schloss 0,6 Prozent tiefer auf 30.814 Punkten. Der technologielastige Nasdaq 100 gab 0,73 Prozent auf 12.803 Punkte nach. Der breit gefasste S&P 500 büßte 0,7 Prozent auf 3.768 Punkte ein. Heute sind die US-Börsen wegen des Feiertages “Martin Luther King Day” geschlossen. Die Börsen Chinas sind nach Daten zum Wirtschaftswachstum des Landes mit Gewinnen in die Woche gestartet. Trotz der Belastungen durch die Corona-Pandemie legte Chinas Wirtschaft im Jahr 2020 deutlich zu. Laut dem Pekinger Statistikamt wuchs die zweitgrößte Volkswirtschaft der Welt im abgelaufenen Jahr um 2,3 Prozent, was mehr war als viele Analysten erwartet hatten. Laut der offiziellen Zahlen hatte die Wirtschaft zudem zuletzt weiter Fahrt aufgenommen. Für den chinesischen CSI 300 mit den 300 wichtigsten Aktien der Börsen Schanghai und Shenzhen ging es zuletzt um rund 1,4 Prozent aufwärts und der Hang Seng in der Sonderverwaltungszone Hongkong stieg um knapp ein Prozent. Der japanische Leitindex Nikkei 225 schloss indes rund ein Prozent tiefer. Hier dürften Anleger weiter Kasse gemacht haben, nachdem der Index letzte Woche auf den höchsten Stand seit rund 30 Jahren gestiegen war.

Der Euro ist am Montag mit Kursverlusten in die neue Woche gestattet. Am Morgen kostete die Gemeinschaftswährung im Tief 1,2065 US-Dollar und damit so wenig wie zuletzt vor gut einem Monat. Der Dollar tendierte dagegen zu vielen Währungen etwas stärker. Die Ölpreise haben am Montag im frühen Handel an ihre Kursverluste der vergangenen Handelstage angeknüpft. Am Morgen kostete ein Barrel der Nordseesorte Brent 54,92 US-Dollar. Das waren 18 Cent weniger als am Freitag. Der Preis für ein Fass der US-Sorte West Texas Intermediate fiel um 12 Cent auf 52,30 Dollar. In der vergangenen Woche haben die Ölpreise teils deutlich nachgegeben. Auslöser gab es einige, darunter die angespannte Corona-Lage in vielen Ländern, schwache US-Konjunkturdaten und der stärkere Dollar. Der Preis für eine Feinunze Gold liegt bei 1.828 US-Dollar.

Weder aus Europa noch aus den USA sind heute volkswirtschaftliche Impulse zu erwarten.

 

Wir wünschen Ihnen einen erfolgreichen Start in die neue Handelswoche!

Stand: 18. Januar 2021 – Makroökonomische Betrachtungen und Meinungen der Fürst Fugger Privatbank werden unter Verwendung von öffentlich zugänglichen Quellen mit größtmöglicher Sorgfalt ohne Gewähr für die Richtigkeit der Angaben recherchiert. Bitte beachten Sie unsere rechtlichen Hinweise.