Marktimpressionen

Nach dem Abverkauf vergangenen Freitag konnte sich der DAX gestern etwas stabilisieren und ging mit einem Plus von 0,16 Prozent bei 15.280 Punkten aus dem Handel. Doch für den heutigen Handelstag droht ein erneuter Kursrutsch. Der Moderna-CEO Stéphane Bancel warnt davor, dass die aktuellen Impfstoffe gegen die Omikron-Variante nicht so wirksam sein dürften, wie gegen die Delta-Variante. Wegen dieser Aussagen schätzen Banken und Broker den DAX etwa 1,6 Prozent tiefer bei 15.043 Punkten. Die Wallstreet entwickelte sich hingegen deutlich positiver. Gestern hatte der Dow Jones Industrial 0,7 Prozent auf 35.136 Punkte gewonnen. Der marktbreite S&P 500 stieg um 1,3 Prozent auf 4.655 Zähler, der technologielastige Nasdaq 100 rückte um 2,3 Prozent auf 16.399 Punkte vor. Offenbar haben einige Anleger die Hoffnung, die Fed würde aufgrund der neuesten Pandemie-Entwicklung von ihrem Tapering-Kurs abweichen. Auch an den wichtigsten Aktienmärkten Asiens drücken die Zweifel an der Wirksamkeit der Corona-Impfstoffe auf die Kurse. Der japanische Leitindex Nikkei 225 büßte 1,6 Prozent ein. Der CSI-300-Index, der die 300 wichtigsten Unternehmen vom chinesischen Festland umfasst, fiel zuletzt um 0,4 Prozent und der Hang-Seng-Index in der Sonderverwaltungszone Hongkong besonders deutlich um gut zwei Prozent nach.

Am Devisenmarkt ist der Kurs des Euro am Dienstag vor der Veröffentlichung neuer Preisdaten aus der Eurozone leicht gestiegen. Am Morgen wurde die Gemeinschaftswährung bei 1,1310 US-Dollar gehandelt, nachdem der Kurs am Vorabend knapp unter 1,13 Dollar gestanden hatte. Die Ölpreise sind am Dienstag kräftig gefallen und haben damit an die rasante Talfahrt vom vergangenen Freitag angeknüpft. Damit konnten sich die Notierungen zu Beginn der Woche nur vorübergehend ein Stück weit erholen. Am Morgen kostete ein Barrel der Nordseesorte Brent 71,01 US-Dollar. Das waren 2,43 Dollar weniger als am Vortag. Der Preis für ein Fass der amerikanischen Sorte West Texas Intermediate fiel um 2,36 Dollar auf 67,59 Dollar.

Die Inflationsentwicklung hat sich im November nochmals beschleunigt und mit einem Wert von 5,2 Prozent den höchsten Wert seit 29 Jahren erreicht. Der kräftige Anstieg der Teuerungsraten dürfte nach Sicht der EZB jedoch bald beendet sein. Sie geht davon aus, dass der Höhepunkt im November erreicht wurde und sich die Inflation im nächsten Jahr an das Ziel von zwei Prozent anpassen werde.

Die Sieben-Tage-Inzidenz in Deutschland ist erstmals seit über drei Wochen wieder leicht gesunken. Die Zahl der Neuinfektionen liegt laut Robert Koch- Institut pro 100.000 Einwohner und Woche bei 452,2.

Auf dem Makrokalender stehen heute die Änderung der Arbeitslosenzahlen für Deutschland sowie das Conference Board Verbrauchervertrauen für die USA auf der Agenda. Im November dürfte die Zahl der Arbeitslosen um 25.000 zurückgegangen sein. Jedoch rechnen Experten auch mit einem Rückgang beim Verbrauchervertrauen von 113,8 auf 111 Zähler.

 

Wir wünschen Ihnen einen erfolgreichen Start in den heutigen Handelstag!

Stand: 30. November 2021 – Makroökonomische Betrachtungen und Meinungen der Fürst Fugger Privatbank werden unter Verwendung von öffentlich zugänglichen Quellen mit größtmöglicher Sorgfalt ohne Gewähr für die Richtigkeit der Angaben recherchiert. Bitte beachten Sie unsere rechtlichen Hinweise.