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Von der „SaaSpocalypse“ zur Cyber-Rallye

Das Comeback der Software-Aktien

Erinnern wir uns an den Februar dieses Jahres: Damals herrschte am Markt schiere Panik. Autonome KI-Agenten würden etablierte Softwareplattformen überflüssig machen, Budgets würden dauerhaft in Hardware und Rechenzentren abfließen, und Geschäftsmodelle auf Lizenzbasis seien schlagartig obsolet. Eine „SaaSpocalypse“ schien bevorzustehen. Der S&P North American Expanded Technology Software Index verlor in der Spitze über 20 Prozent, und die Bewertungen fielen auf historische Tiefststände. Damals hatte sich das Sentiment von den Fundamentaldaten entkoppelt. Die hervorragenden Cashflow-Margen in Verbindung mit technisch stark überverkauften Indikatoren boten eine seltene Einstiegschance für mutige Investoren.

Heute sieht es so aus, als hätten sich die Fundamentaldaten durchgesetzt. Der Markt hat gelernt, zwischen KI-Disruption und KI-Enablern zu unterscheiden. Die Wende brachten die jüngsten Quartalsergebnisse der Softwaregiganten: Entgegen den Bedenken blieben die Kundenbindungsraten bei Marktführern wie Salesforce oder ServiceNow auf Rekordniveau. Außerdem dient die KI als Umsatztreiber und nicht als Umsatzkiller. Unternehmen ersetzen ihre Kernsoftware nicht durch generative Experimente, sondern integrieren KI-Funktionen direkt in bestehende Workflows – wovon die etablierten Ökosysteme massiv monetär profitieren.

Besonders eindrucksvoll zeigt sich dies im Bereich Cybersecurity. Die Unternehmenszahlen von Schwergewichten wie Palo Alto Networks, CrowdStrike oder Cloudflare stehen für eine unumstößliche Wahrheit, nämlich dass Sicherheit kein optionales IT-Budget ist, sondern kritische Infrastruktur. Mit der Zunahme von KI-generiertem Schadcode und komplexen Bedrohungen steigt der Bedarf an KI-gestützten Abwehrplattformen exponentiell.

Cybersecurity-Aktien haben sich nicht nur von den Tiefs im Frühjahr erholt, sondern führen die Rallye im Software-Sektor mit deutlichen Kursgewinnen an. Der Ausverkauf Anfang 2026 war daher ein Lehrbuchbeispiel für eine klassische Übertreibung am Kapitalmarkt. Wer jedoch im Februar die Übertreibung als solche erkannt und mit kühlem Kopf selektiv Qualitätstitel mit hohen freien Cashflows und starken Burggräben nachgekauft hat, der blickt heute auf eine beachtliche Turnaround-Story.

 

Stand: 09. September 2026 –Bitte beachten Sie unsere rechtlichen Hinweise.

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