Zurück zur Übersicht

Technische Aktienmarktaussichten

für die Woche vom 14. – 18.09.2026

DAX

In der Vorwoche beendete der DAX den Handel bei 25.569 Punkten (-1,83 %) und entwickelte sich damit etwas schwächer als der Euro Stoxx 50 (-1,06 %). Steigende Ölpreise infolge des Nahostkonflikts verstärkten die Inflations- und Zinssorgen. Die EZB beschloss am Donnerstag eine Zinserhöhung um 25 Basispunkte. Fresenius (+3,23 %), Infineon (+2,99 %) und RWE (+2,47 %) führten die Gewinnerliste an. Bei Fresenius unterstützte eine bestätigte Kaufempfehlung der UBS den Kursanstieg. Die größten Verluste verbuchten Heidelberg Materials (-6,99 %), Vonovia (-5,46 %) und Henkel (-5,39 %). Charttechnisch bildet das Freitagshoch bei 25.581 Punkten den ersten Widerstand für eine weitere Erholung. Oberhalb davon folgen die runde Marke von 26.000 Punkten und das Wochenhoch bei 26.070 Punkten. Mit einem Anstieg über diese Marken wäre auch der Wochenverlust wieder aufgeholt. Auf der Unterseite liegen das Freitagstief bei 25.396 Punkten und das Wochentief bei 25.361 Punkten eng beieinander. Ein Rückgang unter diesen Bereich würde die Stabilisierung vom Freitag infrage stellen. Dann wäre die runde Marke von 25.000 Punkten die nächste Orientierung. Trotz der Erholung lag der Schlussstand weiterhin im unteren Teil der Wochenspanne. In der laufenden Woche stehen am Dienstag die ZEW-Konjunkturerwartungen und am Mittwoch die Zinsentscheidung der Fed im Mittelpunkt.

Dow Jones Industrial

Der Dow Jones konsolidierte in der vergangenen Woche um 1,6 %. Er schloss bei 52.517 Punkten. Der Handelsverlauf war bis Freitag durch einen stetigen Konsolidierungsdruck gekennzeichnet, der dazu führte, dass die Unterstützungen in Form der 38-Tage-Linie sowie der 50-Tage-Linie ohne jegliche Gegenwehr gerissen wurden. Auslöser hierfür waren ein steigender Ölpreis und steigende Renditen an den Anleihenmärkten, nachdem die Erzeugerpreise negativ überraschten. Die Bekanntgabe des US-Finanzministers Scott Bessent, US-Staatsanleihen in Höhe von 6 Milliarden zu kaufen, um die Renditen zu drücken, verfehlte ihre beruhigende Wirkung. Dies führte dazu, dass die Begrenzung des mittelfristigen Aufwärtstrends, der sich aus den Verlaufshochs von November 2024 und Anfang Januar26 herleiten lässt, getestet wurde. Am Donnerstag kam es zu einem Bruch, und am Freitag sahen wir eine technische Gegenreaktion nach oben, bei niedrigem Volumen, die den Dow Jones wieder über die Trendlinie lupfte, nachdem die Inflationsdaten für August, die im Vergleich zum Vorjahr um 3,4 % stiegen positiv interpretiert wurden. Die Kerninflation fiel im August sequenziell mit einem Wachstum von 0,3 % höher aus als erwartet, was die Wahrscheinlichkeit für eine Zinserhöhung in dieser Woche auf über 80 % erhöhte. Schließlich enttäuschte das Verbrauchervertrauen der Uni Michigan, als es mit 47,8 unter der Schätzung von 51 veröffentlicht wurde. Die Konsolidierung der Vorwoche hat zu einem weiteren Abbau der Indikatorenlage geführt, auch wenn diese noch nicht kapitulativ ist. Deshalb schätzen wir eine mögliche Gegenbewegung nur als technische Reaktion mit begrenztem Potenzial ein. Der Dow Jones befindet sich jedoch an einer robusten Unterstützungszone, bei 52.000 Punkten, die sich zum einen aus dem Verlaufshoch bei 51.983 Punkten bzw. aus der Trendlinie von Mitte Mai 2026 bzw. Mitte Juni 2026 herleiten lässt. Als mögliches Kursziel sehen wir zum aktuellen Zeitpunkt die 38-Tage-Linie (aktuell bei 53.132 Punkten) bzw. die 50-Tage-Linie (aktuell bei 52.960 Punkten) bzw. als Best Case Szenario die Marke bei 53.643 Punkten. Wir gehen nicht von einer nennenswerten Überschreitung der letztgenannten Marke aus. Unser Kernszenario ist, dass die US-Indizes im Anschluss an einen Rallyeversuch nochmal zurückkommen werden, um die Tiefs zu testen. Wie in der Vorwoche sehen wir die sorglose Positionierung der Marktteilnehmer als größtes Hemmnis für eine investierbare Rallye an.

Einschätzung

Erholungsversuche sollten aktuell nur temporär sein. Marktteilnehmer sollten darauf verzichten, diese spielen zu wollen und sich in Geduld üben, bis die Markttechnik ein belastbares Kaufsignal sendet. Trotz des saisonal schwierigen Zeitfensters, in dem wir uns aktuell befinden, ist die Positionierung noch viel zu optimistisch, was das Erholungspotenzial limitieren sollte.

 

Stand: 14. September 2026 – Bitte beachten Sie unsere rechtlichen Hinweise.

Zurück zur Übersicht