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Midterms, KI und Zinserhöhungen

Was bringt das letzte Quartal?

Kurz vor Beginn des vierten Quartals ist die Ausgangslage anspruchsvoll: Hohe Bewertungen und gestiegene Zinsen treffen auf robuste Unternehmensgewinne und eine widerstandsfähige Konjunktur. Langweilig dürften die kommenden drei Monate jedenfalls nicht werden – und sie könnten holprig beginnen: September und Oktober sind saisonal anfällig, ganz besonders in Jahren mit amerikanischen Midterm-Wahlen.

Interessanter ist jedoch, was danach kommt. Seit 1937 gewann der S&P 500 im vierten Quartal von Midterm-Jahren durchschnittlich 6,6 %. Mit dem näher rückenden Wahltermin wird politische Unsicherheit zunehmend eingepreist – danach rücken wieder stärker die Fundamentaldaten in den Fokus. Die jüngste Zinserhöhung muss dabei nicht zwangsläufig zum Spielverderber werden. Entscheidender als der aktuelle Zinsschritt ist die Frage, wie viele weitere noch folgen müssten: Bleibt die Konjunktur robust und lässt der Inflationsdruck nach, könnte sich der Fokus schnell vom Zinsniveau auf ein mögliches Ende des Straffungszyklus verschieben. Sollten sich damit auch die langfristigen Renditen stabilisieren, wäre ein wesentlicher Belastungsfaktor für Aktien zumindest entschärft.

Auf der Unternehmensseite muss die Berichtssaison zeigen, ob die Gewinne mit den gestiegenen Kursen Schritt halten können. Der KI-Boom ist inzwischen selbst zu einem relevanten Konjunkturfaktor geworden. Rechenzentren, Halbleiter und die dazugehörige Energieinfrastruktur ziehen enorme Investitionen nach sich. Im vierten Quartal dürfte daher weniger die nächste KI-Ankündigung interessieren, sondern ob der Investitionszyklus seine Dynamik behält, erste Rückschlüsse auf seine Rentabilität zulässt – und zunehmend auch Unternehmen außerhalb der bekannten Technologiewerte erfasst.

Das vierte Quartal hält durchaus positive Überraschungen bereit, etwa nachlassenden Inflationsdruck, stabile Anleiherenditen, weiterhin steigende Unternehmensgewinne und nach den Midterms eine abnehmende politische Unsicherheit. Kommt dann zusätzlich mehr Marktbreite hinzu, könnten auch Industrie, Finanzwerte und andere zyklische Bereiche stärker profitieren.

Das letzte Quartal des Jahres dürfte also mit einigen Fragezeichen starten – aber auch mit der Chance, dass bei mehreren der heutigen Belastungen im Laufe der kommenden Monate der Gegenwind nachlässt. Und genau das reicht der Börse manchmal schon aus.

 

Stand: 23. September 2026 –Bitte beachten Sie unsere rechtlichen Hinweise.

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