für die Woche vom 17. – 21.08.2026
DAX
Der DAX legte in der vergangenen Woche um 0,46 % zu. Er schloss bei 26.440 Punkten auf einem neuen Allzeithoch auf Schlusskursbasis. Bereits während der Handelswoche markierte er bei 26.581 Punkten ein Intraday-Allzeithoch. Die Kursgewinne sind nur moderat gewesen, aufgrund der oberen Begrenzung des mittelfristigen Aufwärtstrends, die das weitere Aufwärtspotenzial noch limitiert hat. Sie verbindet die Verlaufshochs von Anfang Juli 2025 und Mitte Januar 2026 und verläuft aktuell bei 26.557 Punkten. Da es sich hierbei um einen steigenden Trendkanal handelt, kann der DAX zwar weiter steigen, ohne dass er diese charttechnische Hürde zwingend überwinden muss, sie vermindert jedoch zunächst sein Aufwärtspotenzial, da ihn das Überwinden weitere Mühe kosten sollte. Bei einem Überwinden dieses Trends wäre theoretisch der Weg für weitere Kursgewinne frei, beim alleinigen Blick auf die Kurse. Die Markttechnik signalisiert jedoch, dass das Allzeithoch in der letzten Woche aus unserer Sicht zu einem fortgeschrittenen Zeitpunkt des aktuellen Aufwärtstrends erreicht wurde, denn die Indikatorenlage befindet sich weitgehend in überhitztem Bereich. Wir sehen deshalb eine erhöhte Konsolidierungswahrscheinlichkeit und erachten das Aufwärtspotenzial als begrenzt. Sollte in dieser Woche der Ausbruch nach oben dennoch gelingen, dann gehen wir derzeit nicht von einem nachhaltigen Überwinden dieser Marke aus, sondern davon, dass der DAX schon bald wieder unter diese Marke zurückfallen wird. Wir rechnen mit einer volatileren Entwicklung in der zweiten Augusthälfte und halten es für wahrscheinlich, dass die Unterseite in Form der Verlaufshochs bei 25.826 Punkten bzw. 25.399 Punkten im August getestet wird. Dazwischen verläuft die 38-Tage-Linie, die aktuell bei 25.504 Punkten notiert.
Dow Jones Industrial
Der Dow Jones konsolidierte in der vergangenen Woche leicht um 0,6 %. Er schloss bei 53.732 Punkten. Er befand sich während der gesamten Handelswoche in leichtem Konsolidierungsmodus, bei eher niedrigem Volumen und einer minimalen Handelsspanne. Rallyeversuche zu Beginn der Woche wurden von den Pessimisten pariert. Positiv konnten sich hingegen der S&P 500 und der Russell 2000 entwickeln, gestützt von positiv interpretierter Inflationsdaten. Die Inflation stieg im Juli nur um 0,1 % im Vergleich zum Vormonat und reduzierte somit die Inflationsrate im Jahresvergleich zum Juli 2025 leicht auf 3,4 %, nach 3,5 % im Juni. Dies reduzierte die Wahrscheinlichkeit einer Zinserhöhung und bot ein schönes Gegengewicht zu steigenden Ölpreisen. Bester Sektor war Energie mit einem Plus von 7,3 %. Insgesamt waren eher die defensiven Sektoren Versorger, nichtzyklischer Konsum, Gesundheit und Finanzwerte gefragt. Die veröffentlichten Einzelhandelsdaten am Freitag deuten auf einen zurückhaltenden Konsumenten hin. Auch beim Dow Jones hat die obere Begrenzung des mittelfristigen Trendkanals (aktuell bei 52.982 Punkten), der sich aus den Verlaufshochs von November 2024 und Anfang Juli 26 herleiten lässt, das Aufwärtspotenzial limitiert. Dieser Trend ist steigend, so dass sich der Dow Jones theoretisch auch an dieser Linie entlanghangeln kann, ohne diesen Trend zwingend überwinden zu müssen. Die Trendlinie würde so nur das Aufwärtspotenzial limitieren. Die überhitzte Markttechnik in Verbindung mit einer optimistischen Stimmung an den Optionsmärkten und bei den Börsenbriefen spricht jedoch gegen diese These. Ein Etablieren des Dow Jones über diesem Trendkanal halten wir aktuell deshalb für noch unwahrscheinlicher als in der Vorwoche. Sollte der Dow Jones dennoch einen Anlauf nehmen diesen Trendkanal zu überwinden, dann sollten zum aktuellen Zeitpunkt spätestens beim Intraday-Allzeithoch bei 54.741 Punkten wieder Gewinnmitnahmen und ein distributives Verhalten zu sehen sein. Aus unserer Sicht überwiegen deshalb die Konsolidierungsrisiken deutlich die Chancen und wir erwarten eine volatilere zweite Augusthälfte, wenn die Urlaubssaison auch an der Wall Street abebben wird. Auf der Unterseite sehen wir neben dem bisherigen Allzeithoch bei 53.345 Punkten, die 38-Tage-Linie (aktuell bei 52.776 Punkten) sowie die 50-Tage-Linie (aktuell bei 52.439 Punkten) als nächste Unterstützungen, gefolgt vom Bereich bei 51.567 Punkten.
Einschätzung
Aus unserer Sicht hat das Konsolidierungsrisiko weiter zugenommen und wir erwarten eine volatile zweite Augusthälfte. Die Markttechnik befindet sich weitgehend in überhitztem Zustand, gleichzeitig ist die Stimmung seitens der Anleger sorglos. Marktteilnehmer sollten deshalb aus unserer Sicht die Risiken stärker beachten als mögliche Chancen und auch an Gewinnmitnahmen denken.
Stand: 17. August 2026 – Bitte beachten Sie unsere rechtlichen Hinweise.

