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Technische Aktienmarktaussichten

für die Woche vom 19. – 23.10.2026

DAX

In der Vorwoche beendete der DAX den Handel bei 25.623 Punkten und legte 2,13 % zu, deutlich stärker als der Euro Stoxx 50. Überraschend hohe US-Inflationsdaten hatten zunächst Zinssorgen geschürt. Am Freitag ließen die Zinssorgen nach, nachdem Fed-Chef Kevin Warsh in einer Rede keine konkreten Aussagen zur Geldpolitik gemacht hatte. Unter den DAX-Werten führten Rheinmetall (+16,09 %), Scout24 (+10,84 %) und Symrise (+7,81 %) die Gewinnerliste an. Die größten Verluste verzeichneten Infineon (-10,99 %), Siemens Energy (-7,14 %) und Hochtief (-4,41 %). Mit dem Anstieg über das Zwischenhoch vom 6. Oktober bei 25.522 Punkten hat sich das charttechnische Bild verbessert. Am Wochenhoch bei 25.694 Punkten liegt nun der nächste Widerstand. Ein Anstieg darüber würde eine Fortsetzung der Erholung in Richtung der runden Marke von 26.000 Punkten begünstigen. Auf der Unterseite bildet das Freitagstief bei 25.466 Punkten eine erste Unterstützung. Darunter folgt der Donnerstagsschluss bei 25.383 Punkten. Fällt der DAX auch unter diese Marke, wäre ein erneuter Test des Wochentiefs bei 25.134 Punkten möglich. Ein Bruch dieses Tiefs würde die jüngste Erholung infrage stellen und die Marke von 25.000 Punkten wieder in den Blick rücken. In der neuen Woche stehen am Dienstag die ZEW-Konjunkturerwartungen an. Am Mittwochabend legt SAP seine Zahlen für das dritte Quartal vor. Am Freitag folgen die vorläufigen Einkaufsmanagerindizes für Deutschland und die Eurozone.

Dow Jones Industrial

Der Dow Jones legte in der vergangenen Woche um 0,7 % zu. Er schloss bei 52.002 Punkten. Er zeigte damit relative Stärke, denn die anderen US-Indizes mussten teils stärkere Kursverluste hinnehmen. Belastet wurden diese von einem Mix aus höheren Ölpreisen und Inflationsdaten, sowie Finanzierungsprobleme beim Datencenter-Anbieter CoreWeave. Halbleiterwerte waren deshalb auch der schwächste Sektor in der vergangenen Woche und belasteten den gesamten Technologiesektor. Eine US-Investmentbank schreibt, dass seit Ende des ersten Quartals nur 10 Aktien für 70 % der Kursgewinne des S&P 500 verantwortlich waren. In der vergangenen Woche sahen wir eine Gegenbewegung dieser Entwicklung, indem sich zuvor schwache Sektoren wie Energie, Gesundheit, nichtzyklischer Konsum oder Finanzwerte erholten, während Technologiewerte unter Druck waren. An der Kursentwicklung des Dow Jones, der von den „old economy“- Sektoren bestimmt wird, sieht man inzwischen die Erholung. Er konnte sich deutlich von seinem Tief von Anfang Oktober lösen und versuchte in der vergangenen Woche mehrmals die 38-Tage-Linie (aktuell bei 52.065 Punkten) nach oben zu durchbrechen, was auch am Freitag nicht gelang. Freitag nahm der Dow Jones auch die nur wenige Punkte darüber liegende 50-Tage-Linie (aktuell bei 52.411 Punkten) ins Visier bzw. versuchte den kurzfristigen Abwärtstrend bei 52.394 Punkten zu überwinden, der sich aus dem August- und Septemberhoch herleiten lässt. Beides gelang nicht, so dass diese 3 Marken weiterhin als Widerstände fungieren. Aus kurzfristiger Sicht scheint beim Dow Jones eine volatile Phase möglich, da die jüngsten Kursgewinne erst verdaut werden müssen, ehe sich der Aufwärtstrend weiter fortsetzen sollte. Dafür könnten sich die Technologiewerte im Laufe der Woche beginnen sich zu erholen. Von möglicher Volatilität sollten sich Marktteilnehmer nicht verunsichern lassen, denn aus unserer Sicht ist das Chance-Risiko-Profil für die nächsten Wochen weiter attraktiv, so dass wir noch Luft für weitere Kursgewinne sehen. Wie in der Vorwoche geschrieben, sind die Widerstände zahlreich, aber nicht sonderlich ausgeprägt. Neben den zuvor erwähnten liegt der größte Widerstand zwischen 52.784 Punkten und 52.839 Punkten. Gewinnmitnahmen aufgrund von Quartalsergebnissen werden aus unserer Sicht wahrscheinlich nicht zu einer größeren Konsolidierung führen, sondern sollten bei der Unterstützung bei 51.983 Punkten aufgefangen werden.

Einschätzung

Marktteilnehmer sollten sich von einer höheren Volatilität diese Woche nicht irritieren lassen. Wir halten das Chancen-Risiko-Profil für die Aktienmärkte weiterhin für interessant. Für dynamische Rallyeversuche braucht es eine Partizipation des Technologiesektors. Hier sollten wir nach der Konsolidierung der Vorwoche eine Gegenbewegung sehen, die diese Woche schon starten könnte. Schwache Erholungsversuche würden die Wahrscheinlichkeit auf eine lediglich technische Reaktion und auf eine potenzielle Änderung der Großwetterlage an den Börsen geben.

 

Stand: 19. Oktober 2026 – Bitte beachten Sie unsere rechtlichen Hinweise.

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