für die Woche vom 02. – 06.11.2026
DAX
Den deutschen Standardwerten gelang in der vergangenen Handelswoche, was nicht oft gelingt: eine Abkopplung von der Entwicklung der US-Börsen. Dieses Verhalten ist mit der geringeren Technologielastigkeit der DAX-Werte zu erklären. So verzeichnete der DAX in der letzten Woche ein Plus von 637 Punkten oder 2,5 %. Kurzfristig positiv zu bewerten war, dass den deutschen Standardwerten der Sprung über den Widerstandsbereich bei rund 25.900 Punkten gelungen ist, allerdings hat sich dieser als nicht nachhaltig erwiesen, denn zur heutigen Eröffnung notiert der DAX wieder unterhalb dessen. Sollte eine Rückeroberung gelingen, so wäre ein Aufwärtspotenzial bis zum Allzeithoch bei 26.619 Punkten vorhanden. Zur Vorsicht mahnen jedoch die technischen Indikatoren. Diese sind in der Summe kurzfristig überkauft. Somit ist am Anfang der neuen Handelswoche mit einer Fortsetzung der Seitwärtsbewegung zu rechnen. Neue Impulse könnten die Midterm-Wahlen in den USA bringen, die in dieser Woche anstehen.
Dow Jones Industrial
Der Dow Jones konsolidierte in der vergangenen Woche um 0,9 %. Er schloss bei 51.770 Punkten. Die Entwicklung war ähnlich zur Vorwoche, der breite Markt hielt sich gut. Russell 2000 (+1,3 %) und S&P 500 equal weight (+0,8 %) konnten Kursgewinne erzielen, genauso wie neun der elf Sektoren, angeführt von Gesundheit (+3,1 %), Grundstoffen (+2,0 %), Versorgern (+2,0 %) und Industrie (+1,7 %), während die hoch gewichteten Technologieaktien (-1,8 %) und Kommunikationsdienstleister (-8,5 %) den S&P 500 (-0,6 %) und Nasdaq 100 (-2,0 %) belasteten. Der Technologiesektor wurde insbesondere durch die Schwäche der KI-Infrastruktur-Aktien belastet, nachdem die Marktteilnehmer die immensen Investitionen zunehmend kritisch sehen. Die Schwergewichte Alphabet, Amazon und Microsoft gerieten nach Veröffentlichung der Quartalszahlen stärker unter Druck. Die US-Notenbank lies den Leitzins wie erwartet unverändert. Der Dow Jones konsolidierte in der vergangenen Woche überwiegend seitwärts. Ein Versuch, den größeren Widerstandsbereich bei 52.880 Punkten zu überwinden, gelang nicht. Nach den Kursgewinnen seit Anfang Oktober waren die Marktteilnehmer zunehmend bereit, Gewinne mitzunehmen, wie die langen Dochte in den Candlesticks signalisieren. Nach der zuvor wochenlangen Konsolidierung des breiten US-Aktienmarktes, konnte sich aber auch kein größerer Abgabedruck aufbauen. Aus unserer Sicht lief die Konsolidierung idealtypisch, denn sie lief überwiegend seitwärts ab. Erst der Optionsverfall am Freitag führte zu einem Bruch der 50-Tage-Linie (aktuell bei 52.156 Punkten) und zu einem Test der wichtigen Unterstützung im Bereich von 51.983 Punkten, sowie der 38-Tage-Linie (aktuell bei 51.862 Punkten). Damit sahen wir, aus unserer Sicht, wahrscheinlich einen typischen „Pullback“, der im weiteren Verlauf zu einem erneuten Anlauf auf den Widerstand bei 52.880 Punkten führen sollte. Die Marktcharakteristik hat sich binnen dieser Woche deutlich verbessert, teilweise mit Werten, die wir seit Mai nicht mehr gesehen haben. Auch die Partizipation der Small Caps signalisiert einen höheren Risikoappetit seitens des Publikums, das Abwärtsmomentum schwächt sich zusehends ab. Kurzfristig könnte den US-Aktienmärkten noch eine höhere Volatilität, etwa durch die Berichtssaison, Arbeitsmarktzahlen oder die Midterm-Wahlen ins Haus stehen. Dies sollte aber nur ein vorübergehendes Ereignis sein, von dem sich die Marktteilnehmer, aus unserer Sicht, aktuell nicht verunsichern lassen sollten. Denn das Chance-Risiko-Profil bleibt noch attraktiv, was Potenzial für weitere Kursgewinne bietet. Auf der Unterseite ist die Marke bei 51.673 Punkten die nächste Unterstützung. Einen Test der 200-Tage-Linie (aktuell bei 50.678 Punkten) halten wir aktuell für sehr unwahrscheinlich.
Einschätzung
Eine kurzfristig höhere Volatilität sollte von den Marktteilnehmern eingeplant werden. Sie sollten sich davon, aus unserer Sicht, aktuell nicht verunsichern lassen. Wir halten das Chancen-Risiko-Profil für die Aktienmärkte weiterhin für interessant. Für dynamische Rallyeversuche braucht es jedoch eine Partizipation des Technologiesektors. Hier erscheint eine Gegenbewegung nicht unwahrscheinlich. Gerade die US-Märkte haben aus dem attraktiven technischen Bild, das sich seit Mitte September geboten hat, zu wenig gemacht. Setzt sich dieses Verhalten mit schwachen Erholungsversuchen weiter fort, sollten Marktteilnehmer dies als wichtigen Hinweis auf eine Änderung der Großwetterlage an den Börsen sehen. Letztendlich haben wir bisher nur eine schwache technische Reaktion gesehen, die in manchen Indizes komplett ausfällt. Wichtig wäre jetzt, dass die Phase um die Midterm-Wahlen in den USA die übliche starke Wertentwicklung liefert.
Stand: 02. November 2026 – Bitte beachten Sie unsere rechtlichen Hinweise.

