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Was wir bisher aus der Berichtssaison des zweiten Quartals gelernt haben

Big Tech zieht in den USA weiter den Karren

Die Berichtssaison ist noch in vollem Gange und die Unternehmen geben Auskunft über ihr zweites Quartal. Die Zahlen zeigen nicht zuletzt, inwiefern die Firmen in der Lage sind, auch mit den neuen Zollbarrieren umzugehen und trotz einer herausfordernden Kostenrechnung Gewinne erwirtschaften zu können. In den USA haben bereits etwa zwei Drittel der S&P 500 Konzerne ihre Zahlen vorgelegt. Über 60 % davon haben die Erwartungen übertroffen, sodass das Gewinnwachstum etwa 9 % über dem Vorjahr liegt.

Die Analysten hatten bewusst konservativ geschätzt und der Großteil des Gewinnwachstums kam erneut von den Magnificent 7. Die haben um 26 % zugelegt, die übrigen 493 Unternehmen im S&P 500 nur um 4 %. Erfreulich ist, dass mehr als die Hälfte der Unternehmen ihre Jahresprognose angehoben haben. Dennoch blieb die Marktreaktion verhalten mit moderaten Kursgewinnen nach positiven Überraschungen. Enttäuschungen wurden hingegen doppelt so stark abgestraft wie im historischen Durchschnitt.

Europa zeigt ein gemischtes Bild: Banken und Versicherer konnten von höheren Zinsmargen und einem weiterhin soliden Kreditgeschäft profitieren und lagen mehrheitlich über den Erwartungen. Teile der Luxusgüter- und Gesundheitsbranche hatten hingegen unter steigenden Kosten sowie zusätzlichem Regulierungsdruck zu leiden. Die durchschnittlichen Gewinnschätzungen für 2025 sind daher bislang um knapp 1 % gesunken. Immerhin haben sich die Konjunkturdaten zuletzt verbessert gezeigt und die Ökonomen haben ihre Wachstumsprognose für die Eurozone leicht angehoben.

Für Anleger bleibt entscheidend, ob die Unternehmen höhere Kosten dauerhaft an ihre Kunden weiterreichen können, ob die Technologieriesen weiter so hohe Gewinne erwirtschaften und ob die europäischen Finanzinstitute in einem stabilen Zinsumfeld weiter zulegen können. Die Berichtssaison zum dritten Quartal im Herbst wird zeigen, ob auf die aktuelle Zuversicht nachhaltiges Gewinnwachstum folgt.

 

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