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Technische Aktienmarktaussichten

für die Woche vom 11. – 15.08.2025

DAX

Die vergangene Handelswoche zeigte sich von ihrer freundlichen Seite. Die deutschen Standardwerte stiegen um über 3 %. Als der Gipfel Trump – Putin bekannt wurde, keimte Hoffnung auf Frieden in der Ukraine auf, was die Kurse in der Summe zusätzlich unterstützte. Lediglich Rüstungskonzerne korrigierten ihren steilen Aufwärtstrend. Entscheidend für die weitere Entwicklung sind zwei Marken: auf der Unterseite die Unterstützung bei rund 23.500 Punkten, sowie auf der Oberseite das bisherige Allzeithoch bei 24.639 Punkten. Eine nachhaltige Überwindung dieses Hochs wäre deutlich bullisch zu werten. Weitere Kursgewinne wären die vermutliche Folge. Betrachtet man das „große Bild“, so lässt sich feststellen, dass die Aufwärtsbewegung der deutschen Standardwerte nach wie vor intakt ist. Selbst Kursziele oberhalb der Marke von 25.000 Punkten erscheinen hier mittelfristig durchaus möglich. Spielverderber könnte der Faktor Saisonalität werden. Statistisch betrachtet sind der August und der September anfällig für Marktkorrekturen.

Euro Stoxx 50

Der Euro Stoxx 50 beendete die Handelswoche bei 5.348 Punkten und legte 3,53 % zu. Grundstoffe (+4,30 %) und Versicherungen (+4,10 %) führten die Gewinnerliste an, während Telekommunikation (-1,05 %) und Versorger (-0,24 %) zurückblieben. Charttechnisch tastete sich der Index erneut an die Marke von 5.400 Punkten heran, scheiterte jedoch daran, sie zu halten. Die Zone bleibt der zentrale Widerstand; darüber wartet das Rekordhoch bei 5.568 Punkten. Darunter verläuft bei 5.309 Punkten das 76,4%-Fibonacci-Retracement als erste Unterstützung. Hält diese Marke nicht, rückt die Schlüsselstütze bei 5.150 Punkten in den Blick. Erst ein Schlusskurs über 5.400 Punkten würde das Bild nachhaltig aufhellen; ein Bruch unter 5.150 Punkten würde das Szenario deutlich eintrüben. In dieser Woche rücken vor allem die Konjunkturdaten in den Fokus: der ZEW-Index für Deutschland, die US-Verbraucherpreise (Dienstag), die Industrieproduktion der Eurozone (Mittwoch) und die zweite BIP-Schätzung für das zweite Quartal im Euroraum (Donnerstag). Am Freitag folgen in den USA Stimmungsdaten der Universität Michigan. Unternehmensseitig klingt die Berichtssaison ab; im Euro Stoxx 50 stehen nur noch wenige Nachzügler auf der Agenda, darunter RWE.

Dow Jones Industrial

Der Dow Jones erzielte in der vergangenen Woche einen Kursgewinn von 1,3 %. Er schloss bei 44.176 Punkten. Technologiewerte zogen auch den Dow Jones nach oben. Apple reagierte positiv auf die Veröffentlichung von einer Investitionsabsicht in Höhe von 100 Milliarden US-Dollar und Nvidia erreichte ein neues Allzeithoch. Der Technologiesektor war mit einem Wertzuwachs von 4,3 % der beste Sektor auf Wochensicht, gefolgt von Zyklikern mit +3,3 %. Hier veröffentlichte Mc Donalds gute Quartalszahlen. Hoffnungen auf Frieden in der Ukraine und auf eine zukünftig lockerere Geldpolitik durch den möglichen Kandidaten Christopher Waller als Fed-Präsident, sowie einer technisch aus kurzfristiger Sicht überverkauften Indikatorenlage sorgten für einen besseren Schub nach oben, als zu Wochenbeginn erhofft. Die Stärke der großen Technologiewerte kaschierte einiges an Schwäche unter der Oberfläche – der breite Markt tat sich schwer. Viele Marktteilnehmer haben jedoch nicht nur die großen Tech-Werte im Portfolio und sehen, dass ihr Portfolio nicht so richtig von der Stelle kommt. Dies führte zu einer vorsichtigen Positionierung in den neusten Sentimentumfragen. Eine vorsichtige Positionierung ist jedoch als Kontraindikator zu sehen, so dass die Aufwärtsbewegung durchaus Luft für weitere Kursgewinne haben sollte. Gut vorstellbar, dass wir diese Woche eine relative Stärke der „Nicht-Technologiewerte“, also des breiten Marktes, sehen können. Dies könnte den Dow Jones in Richtung seines bisherigen Allzeithochs vom 4. Dezember 2024 bei 45.032 Punkten steigen lassen. Eigentlich sehen wir nicht viel Potenzial, dass er dieses Level zum aktuellen Zeitpunkt nachhaltig überschreiten kann, da das mittfristige Bild noch nicht abschließend bereinigt ist. Eine Beruhigung in der geopolitischen Lage könnte jedoch zu einem größeren Schub führen und auch den nächsten Widerstand im Bereich von 45.300 Punkten überwinden. Die nächste Unterstützung ist aktuell die 38-Tage Linie (aktuell bei 44.102 Punkten), die aber ansteigend ist. Aktuell stellt die 200-Tage-Linie (derzeit bei 42.941 Punkten) unser worst case- Szenario dar. Weitere Unterstützungen sehen wir im Bereich von 43.237 Punkten bis 42.789 Punkten. Sollten die Aktienmärkte unter Druck geraten, aus welchen Gründen auch immer, dann würde dies aus unserer Sicht schnell zu einem technischen Kaufsignal führen.

Einschätzung

Wir sehen die Aktienmärkte aus kurzfristiger Sicht nach wie vor im überverkauften Bereich, so dass wir in Summe diese Woche noch steigende Kurse sehen sollten. Die Marktteilnehmer haben sich vorsichtiger positioniert, trotz steigender Kurse, was das Potenzial der Rallye erhöht. Das Abwärtspotenzial halten wir aktuell für begrenzt, da eine Schwächephase an den Aktienmärkten rasch zu einem technischen Kaufsignal führen würde.

 

Stand: 11. August 2025 – Bitte beachten Sie unsere rechtlichen Hinweise.

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