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Für Anleger rückt das Stromnetz in den Mittelpunkt

Infrastruktur kann Anlagechancen bieten

Die Energiewende tritt in eine neue Phase ein. Bis 2030 will Deutschland einen Anteil erneuerbarer Energien von 80 % am Stromverbrauch erreichen. Neben neuen Anlagen braucht es dafür vor allem leistungsfähige Netze, Speicher und eine flexible Stromversorgung. Das verändert den Blick auf die Branche: Für Anleger wird zunehmend interessant, ob und wie der Strom dort ankommt, wo er gebraucht wird. Wie groß die Aufgabe ist, zeigt das Investitionsprogramm von E.ON: Der Konzern plant bis 2030 Ausgaben von rund 48 Milliarden Euro, davon etwa 40 Milliarden Euro für das Netzgeschäft.

Folgende Bereiche verdienen dabei besondere Aufmerksamkeit: Stromnetze, Speicher und flexible Erzeugung, Kabel und Transformatoren sowie Technik zur Steuerung des Verbrauchs. Die Unternehmen dahinter haben unterschiedliche Geschäftsmodelle: Netzbetreiber erzielen regulierte Erlöse; Industrieunternehmen liefern die Ausrüstung; Stromerzeuger sind stärker von Energiepreisen und einzelnen Projekten abhängig. Diese Unterschiede sind für die Anlageentscheidung wichtiger als ein gemeinsames Etikett „Energiewende“.

E.ON steht vor allem für Netzinfrastruktur. RWE verbindet erneuerbare und flexible Stromerzeugung mit einer erhöhten Beteiligung am Übertragungsnetzbetreiber Amprion. Siemens Energy und Prysmian liefern unter anderem Technik und Kabel für den Netzausbau; Schneider Electric ist in der Elektrifizierung und Steuerung tätig. Jedes dieser Unternehmen kann von Investitionen in das Stromsystem profitieren, unterliegt aber eigenen Bewertungs- und Geschäftsrisiken.

Die Energiewende 2.0 bietet sich als bewusste Ergänzung innerhalb eines diversifizierten Portfolios an: Anleger können sich an der Infrastruktur beteiligen, die für viele Formen der Stromerzeugung benötigt wird. Zugleich sollte das Thema begrenzt bleiben, denn Energieunternehmen und ihre Zulieferer reagieren auf Zinsen, Regulierung, Materialkosten und politische Entscheidungen. Einzelne Aktien könnten zudem bereits hohe Wachstumserwartungen im Kurs enthalten.

Wer also die Energiewende im Depot abbilden möchte, sollte zuerst fragen, welche Unternehmen am Aufbau eines verlässlichen Stromsystems verdienen können – und welchen welche Bewertung er für diese Aussicht zu akzeptieren bereit ist. Eine gute Idee wird erst durch angemessene Gewichtung, sorgfältige Titelauswahl und laufende Überprüfung zu einer tragfähigen Anlage.

 

Stand: 30. September 2026 –Bitte beachten Sie unsere rechtlichen Hinweise.

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