Welche Faktoren den Börsen-September dieses Jahr beeinflussen können
Statistisch gesehen ist der September der schwächste Monat im Börsenjahr, vor allem an den US-Märkten. Dort verzeichnete der S&P 500 zwischen 1945 und 2022 für den September im Durchschnitt eine negative Rendite von –0,56 Prozent – mehr als in jedem anderen Monat. Auch der Dow Jones Industrial Average und der Nasdaq Composite tendieren jeweils leicht negativ. In Europa kennen wir dieses Muster ebenfalls, als „September-Effekt“, wenn auch weniger stark ausgeprägt. Mögliche Ursachen sind das Ende der Sommerpause, wenn Investoren wieder aktiv werden und Portfolios umschichten oder steuerlich motivierte Verkäufe in Vorbereitung auf das Jahresende. Auch häufen sich negative Nachrichtenereignisse oft im Frühherbst.
In diesem Jahr ergibt sich ein differenzierteres Bild: Der August 2025 lief überdurchschnittlich positiv: Der S&P 500 überschritt erstmals die Marke von 6.500 Punkten, Dow Jones und Stoxx Europe 600 erreichten ebenfalls neue oder mehrmonatige Höchststände. Auch unter den Branchen gibt es klare Gewinner und Verlierer mit ebenso klaren Begründungen. So liegt der Bankensektor in Europa auf dem höchsten Niveau seit 2008, unterstützt durch starke Bilanzen und Fusionsfantasie. Medienwerte hingegen sind mit Rückgängen von über 8 Prozent belastet. Dies zeigt die Sorgen über den Einfluss von Künstlicher Intelligenz und sinkenden Werbeeinnahmen.
Im September selbst stehen die Zinsentscheidungen großer Zentralbanken an. Die Märkte erwarten Signale für den weiteren geldpolitischen Kurs – vor allem auf mögliche Zinssenkungen 2026. Generell ist der Ausblick auf 2026 bislang nicht schlecht und es wird mit einer Wachstumsbelebung in den USA und Europa gerechnet. Die tatsächlichen Entwicklungen werden daher 2025 stärker von geldpolitischen Entscheidungen, Konjunkturdaten und geopolitischen Faktoren abhängen.
Die derzeitige Marktstärke könnte in eine volatile Übergangsphase übergehen, bevor sich im Laufe von 2026 eine stabilere Wachstumsphase einstellt. Anleger müssen daher mit kurzfristigen Schwankungen rechnen, sollten aber den längerfristigen Horizont im Blick behalten.
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