Marktkommentar

Technische Aktien- und Rentenmarktaussichten für die Woche vom 10. – 14. Dezember 2018

DAX

Eine weitere negative Handelswoche liegt hinter uns. Die Angst, dass sich nach der Verhaftung der Vizepräsidentin von Huawei der Handelsstreit zwischen den USA und China nochmals massiv ausweitet, lastet wie ein Damoklesschwert auf den Aktienmärkten. Hinzu kommen zunehmende Rezessionssorgen. Der DAX schloss die Woche mit einem Minus von 4,17 %. Der Dax hat das untere Ende des kurzfristigen Prognosekorridors erreicht, was erfahrungsgemäß einen weiteren Absturz verlangsamt oder sogar vorläufig blockiert. Doch dieser Effekt ist nur temporär, mehr als eine Erholung zurück an die alten Wendepunkte bei 11.000/11.050 dürften sich Investoren derzeit noch nicht erhoffen. Etwas Luft nach unten, für eine weitere Ausdehnung der laufenden Verkaufswelle, ist theoretisch noch vorhanden, doch das gesamte Potenzial wird selten ausgenutzt. Zwischen 10.200 und 10.800 ist auf dieser Zeitebene ohnehin eine leichte markttechnische Unterstützung erkennbar, was zusätzlich für Nachfrage sorgen dürfte. Doch der allgemeine Trend bleibt negativ, selbst eine längere Erholung dürfte spätestens um 11.850 wieder ins Stocken kommen. Neue Tiefs sind dann wahrscheinlich.

Euro Stoxx 50

Der Euro Stoxx 50 notiert derzeit bei 3.040 Punkten. Die europäischen Standardwerte verzeichneten auf Wochenbasis einen Verlust von 3,61 %. Die Hoffnung, dass der Euro Stoxx 50 seinen positiven Trend zu Beginn der Vorwoche fortsetzen kann, hat sich zerschlagen. Nachdem der starke Support bei 3.091 Punkten ohne Probleme nach unten gebrochen wurde, gilt es sich südwärts zu orientieren. Unterstützungen finden sich bei 3.030 sowie 3.000 Punkten. Einen Test der Tiefs aus dem November 2017 bei 2.934 bzw. 2.940 Punkten halten wir bei einer Ausweitung der Verkaufswelle für realistisch. Auf der Oberseite würde eine technische Gegenbewegung bereits bei der fallenden 38-Tags-Linie bei aktuell 3.170 Punkten auslaufen.

Dow Jones Industrial

Der Dow Jones konsolidierte in der vergangenen Woche deutlich und verlor 4,5 %. Er schloss bei 24.389 Punkten. Ein guter Start zu Wochenbeginn wurde erneut abverkauft, so wurde das Verlaufshoch bereits am Montag intraday bei 25.980 Punkten erreicht. Ausschlaggebend für den Abwärtsdruck war wohl eine erneut verschärfte Rhetorik seitens der USA zu Beginn der Woche im Handelskonflikt mit China. Die Festsetzung des Finanzvorstands von Huawei, veranlasst durch die USA, sorgte für eine zusätzliche Verschärfung der Situation. Auch eine deutliche Reduzierung des Renditevorsprungs der 10-jährigen US-Staatsanleihen gegenüber 2-jährigen US-Staatsanleihen auf zeitweise weniger als 10 Basispunkte hat seinen Teil zu den schwierigen Marktverhältnissen beigetragen. Eine Inversion dieser Beziehung gilt bisher als verlässlicher Frühindikator einer aufkommenden Rezession. So konnte die 200-Tage-Linie (derzeit bei 25.107 Punkten) nicht gehalten werden, obwohl der Dow Jones sie am Freitag mit einem Intraday-Hoch von 25.095 nochmal versucht hat zu testen. Ein Rutschen unter diese Marke ist bedauerlich, denn sie hatte bereits wieder begonnen moderat zu steigen, was ein positives Zeichen darstellt. Insgesamt gesehen konnte der Dow Jones jedoch in den letzten Wochen die eigentlich sehr gute Ausgangssituation seit Mitte Oktober nicht in Kursgewinne ummünzen, was aus mittelfristiger Sicht ein Warnsignal darstellen könnte. Wir erwarten auch in dieser Woche keine nennenswerte Trendwende nach oben, da die US-Börsen aus kurzfristiger Sicht eher überkauft sind, was das Aufwärtspotenzial limitiert. Deshalb müssen wir aktuell einen Retest der Tiefs von Anfang Februar und April 2018 im Bereich von 23.500 Punkten in Betracht ziehen. Einzig das negative Sentiment sollte das Abwärtspotenzial begrenzen. Längerfristig sind wir nach wie vor vorsichtig, weil wir in den letzten Wochen und Monaten starke Anzeichen von Distribution gesehen haben. Die Anzeichen verdichten sich, dass die 26.000-er Marke, eventuell bereits die 25.000-er Marke im Dow Jones Distributionslevel darstellen. Die schlüssige Konsequenz daraus wäre, dass sich der Dow Jones immer noch im Bereich eines Tops befindet. Erst ein nachhaltiges Überwinden der 200-Tage-Linie, was immer noch möglich erscheint, würde den mittelfristigen Ausblick wieder aufhellen.

Bund Future

Der Bund-Future notiert aktuell bei 163,21 Punkten. Damit konnte das Rentenbarometer in der vergangenen Woche deutlich zulegen. Hauptgrund hierfür waren die sehr schwachen Aktienmärkte. Die weiteren charttechnischen Perspektiven bleiben konstruktiv. Bleibt die Risikoaversion an den Aktienmärkten hoch, könnte dies weitere Unterstützung für das Rentenbarometer bedeuten. Im Umkehrfall könnte eine Erholung an den Aktienmärkten zu einem Kapitalabzug aus den Rentenmärkten führen. Dies hätte sinkende Kurse zur Folge. Die nächste Unterstützung befindet sich bei 162,40 Punkten.

Einschätzung

Der Deutsche Aktienindex ist im Wochenverlauf ungewöhnlich schnell gefallen. Damit steigen die Chancen für eine zumindest kurze Gegenbewegung zurück nach oben. Doch auch wenn es dazu kommt, dürfte dies noch nicht das Ende einer Abwärtsbewegung darstellen. Anleger müssen weiter vorsichtig bleiben.

Stand: 10. Dezember 2018

Gemälde GL-Saal

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