Marktkommentar

Technische Aktien- und Rentenmarktaussichten für die Woche vom 13. – 17. Mai 2019

DAX

Der DAX schloss die letzte Handelswoche bei 12.060 Punkten und damit 2,84 % niedriger als die Woche davor. Primärer Belastungsfaktor ist der sich zuspitzende Handelskonflikt zwischen China und den USA. Die amerikanische Seite setzte am vergangenen Freitag eine Reihe von Strafzöllen in Kraft. Wenn es dabei bleibt, wird die chinesische Wirtschaft mittelfristig stark belastet. Zugleich würden sich die Exportaussichten für die deutsche Wirtschaft in Richtung China eintrüben mit Folgen für die Unternehmen. In der heutigen Eröffnung startet der DAX mit weiteren Abgaben. Unterstützungen finden sich bei 11.938 Punkten (50,0 % Fibonacci-Retracement) sowie 11.838 Punkten (Aufwärtstrend seit Jahresanfang). Ein Bruch der letztgenannten Marke würde das Chartbild nachhaltig eintrüben. Auf der Oberseite finden sich Widerstände bei 12.103/12.115 sowie 12.250 Punkten.

Euro Stoxx 50

Die Woche startet erneut mit der Sorge, dass eine baldige Einigung im Handelsstreit zwischen den USA und China tendenziell in die Ferne rückt und weiterhin für Unsicherheit an den globalen Aktienmärkten sorgt. Der Euro Stoxx 50 notiert derzeit bei 3.345 Punkten und liegt nahezu 100 Punkte niedriger als letzte Woche. Der Aufwärtstrendkanal der letzten Monate wurde nach unten durchbrochen sowie das 23,6 % Fibonacci-Retracement bei 3.367 Punkten. Ein Abwärtstrend bis zur ersten Unterstützungslinie bei der 90-Tage-Linie 3.295 Punkten könnte damit eingeleitet worden sein. Das Wertsteigerungspotenzial beim Euro Stoxx 50 sehen wir aus technischer und fundamentaler Perspektive für diese Woche als gering an.

Dow Jones Industrial

Der Dow Jones korrigierte in der vergangenen Woche um 2,1 %. Er schloss bei 25.942 Punkten. Es gab letzte Woche keinen Schutz vor sinkenden Kursen, alle 11 Sektoren des S&P 500 verloren an Wert. Besonders schlimm erwischte es Technologiewerte (-3,6 %), Basisrohstoffe (-2,8 %) und Industriewerte (-2,8 %). Der Halbleiterindex verlor 5,9 %. Ausschlaggebend für die schwache Entwicklung war die Verhängung weiterer US-Strafzölle auf chinesische Importe in Höhe von 200 Milliarden USD. Der Bereich bei 25.800 Punkten erwies sich zunächst als wirkungsvolle Unterstützung, so dass die 200-Tage-Linie (aktuell bei 25.423 Punkten) noch nicht getestet wurde. Aktuell notieren die Dow Jones Futures bereits 1,27 % im Minus, so dass wir heute bei Eröffnung die 200-Tage-Linie reißen sollten. Dies wiederum sollte den Boden für eine kurzfristige technische Reaktion nach oben bereiten, die wir aber als schwierig zu spielen sehen. Das Potenzial sehen wir nur bis in den Bereich von 26.194 Punkten (38-Tage-Linie). Aus mittelfristiger Sicht sehen wir aktuell nur wenig Potenzial, vielmehr halten wir es für ratsam, eine Erholung zu nutzen, um sich noch defensiver zu positionieren. Mittelfristig rechnen wir zumindest mit einer Schließung des Gaps bei 24.600 Punkten.

Bund Future

Der Bund-Future notiert aktuell bei 166,44 Punkten. Die politische Großwetterlage unterstützt derzeit sichere Bundesanleihen. Zu nennen sind der Iran-Konflikt sowie erneute nordkoreanische Raketentests. Die charttechnischen Perspektiven sind konstruktiv zu werten, so dass Gewinne bis zum Kontrakthoch bei 166,75 Punkten möglich erscheinen. Die nächsten Unterstützungen befinden sich bei 165,92 und 166,00 Punkten. Einen Widerstand lokalisieren wir bei 166,75 Punkten.

Einschätzung

Nachdem Donald Trump im Verlauf der letzten Woche immer wieder mit seinen Aussagen die Investoren aufgeschreckt hat, dürften wir die gewünschte Konsolidierung sehen. Wir haben uns dementsprechend positioniert und werden gegebenenfalls die Aktienquoten weiter reduzieren.

Stand: 13. Mai 2019

Gemälde GL-Saal

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