Marktkommentar

Technische Aktien- und Rentenmarktaussichten für die Woche vom 15. – 19. Oktober 2018

DAX

Die Stimmung unter den Anlegern trübt sich weiter ein. Kurze Erholungsphasen werden sofort wieder verkauft und drücken die Kurse scheinbar ungebremst in immer tiefere Regionen. Auch wenn zuletzt die Volatilität leicht rückläufig war, bleibt die Risikoaversion sehr ausgeprägt. Der Oktober scheint bislang seinem Ruf als eher schlechter Börsenmonat gerecht zu werden, nachdem die Entwicklung im Vormonat noch positiv war. Kursbestimmend bleiben im Wesentlichen der Handelskonflikt zwischen den USA und China. Daneben belasten das Thema „Brexit“, Italien sowie die Angst vor einer sich abkühlenden Konjunktur bei gleichzeitig steigenden Zinsen am langen Ende der Zinskurve. Kurzfristig kommt der diese Woche startenden US-Berichtssaison ein höherer Stellenwert zu. Obwohl der DAX charttechnisch stark überkauft ist, bleibt eine technische Gegenreaktion bislang aus. Nach den schwachen Vorgaben der asiatischen Märkte könnte der DAX Richtung 11.400 Punkten tendieren, bevor eine technische Gegenbewegung bis 11.700 oder sogar 11.865 Punkten einsetzen könnte. Selbst dann bliebe der Abwärtstrend intakt, ein Test des Bereichs 11.150 zu 11.100 Punkten ist daher nicht auszuschließen.

Euro Stoxx 50

Der Euro Stoxx 50 notiert derzeit bei 3.186 Punkten. Die europäischen Standardwerte verzeichneten einen Wochenverlust von 4,6 % und lagen im Bereich der Verluste beim DAX (4,86 %). Die Gemengelage aus unterschiedlichen Belastungsfaktoren, welche wir oben im Abschnitt „DAX“ beschrieben haben, gilt 1:1 auch für die europäischen Aktienmärkte. Wie in unserem letzten Kommentar bereits befürchtet, hat der Euro Stoxx 50 Index alle relevanten Unterstützungen in einem Zug gebrochen. Nachdem die technischen Indikatoren weiter auf Verkauf stehen, finden sich Unterstützungen bei 3.157 Punkten, gefolgt von 3.100 zu 3.110 Punkten. Eine Erholung könnte bis 3.262 Punkte führen.

Dow Jones Industrial

Die letzte Woche hatte es in sich, die US-Börsen erlitten herbe Kursrückschläge. Der Dow Jones beendete die Woche mit einem Verlust von 2,5 %. Er schloss bei 26.340 Punkten. Innerhalb der Woche testete er sogar die 25.000-er Marke, im Tief notierte der Dow Jones bei 24.899,77 Punkten, ehe er an der 200-Tage-Linie (derzeit bei 25.143 Punkten) Unterstützung fand. Wir hatten an dieser Stelle seit Wochen vor genau diesem Szenario gewarnt. Diese Bewegung sorgte jedoch für Panik seitens der Marktteilnehmer, und wir gehen davon aus, dass mit dieser scharfen Korrektur der Boden für eine Jahresendrallye gelegt wurde. Was wir derzeit noch vermissen, um richtig optimistisch zu werden, ist die noch nicht kapitulativ hohe Volatilität, die lediglich auf 29 schoss. Insofern können wir nicht ausschließen, dass die US-Börsen nochmal etwas korrigieren (weitere 5 %), aber wir halten das Abwärtspotenzial definitiv für begrenzt. Unser Optimismus bezieht sich nur auf eine Jahresendrallye, die uns mehrere Wochen begleiten sollte. Mittelfristig halten wir an unserem vorsichtigen Szenario der Vorwochen fest. Aus mittelfristiger Sicht sind wir nach wie vor nicht positiv gestimmt, weil wir in den letzten Wochen und Monaten starke Anzeichen von Distribution gesehen haben, was uns vorsichtig werden ließ. Die 26.000-er Marke oder plötzlich auch wieder die 25.000-er Marke im Dow Jones könnte nach wie vor ein Distributionslevel darstellen. Die schlüssige Konsequenz daraus wäre, dass sich der Dow Jones immer noch im Bereich eines Tops befindet. Für die nächsten Wochen sind wir jedoch positiv auf steigende Kurse gestimmt.

Bund Future

Der Bund-Future notiert aktuell bei 158,69 Punkten. Damit hat das Rentenbarometer in der Vorwoche zugelegt. Hintergrund hierfür dürften Umschichtungen aus dem Aktienmarkt sein. Bundesanleihen waren als sicherer Hafen gefragt. Die charttechnischen Indikatoren sind in der Summe leicht positiv zu werten. Die nächsten Widerstände befinden sich bei 158,74 sowie bei 159,46 Punkten. Unterstützungen lokalisieren wir bei 158,12 und 157,33 Punkten.

Einschätzung

Die abgelaufene Woche hat den internationalen Märkten eine Verschlechterung der technischen Situation gebracht. Damit dürfte der Oktober turbulenter werden, als dies von der Zyklik her zu erwarten war.

Stand: 15. Oktober 2018

Gemälde GL-Saal

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