Marktkommentar

Technische Aktien- und Rentenmarktaussichten für die Woche vom 20. – 24. August 2018

DAX

Eine erneute Zuspitzung des Konflikts zwischen den USA und der Türkei und die damit verbundene Schwäche bei der türkischen Lira haben den DAX zum Wochenausklang belastet. Der DAX schloss die letzte Woche bei 12.211 Punkten. Dies bedeutet auf Wochensicht ein Minus von 1,72 %. Die Kursentwicklung des Deutschen Aktienindex in der kommenden Handelswoche dürfte ein aufschlussreicher Indikator für den zukünftigen Trend sein: Zeigt der Index an der nun erreichten markttechnischen Unterstützung eine vollwertige Bodenbildung oder pausiert er die noch laufende Abwärtsbewegung nur kurz?

Marktteilnehmer orientieren sich erneut an den Zwischentiefs von Ende Juni / Anfang Juli und kaufen sich auf dieser Basis wieder in den DAX ein. Doch daraus jetzt schon einen nachhaltigen Trendwechsel zurück nach oben abzuleiten, ist gefährlich. Anleger sollten besser zunächst das Ausmaß einer nun möglicherweise folgenden Erholung abwarten und können daraus wichtige Schlüsse ziehen. Findet der Index auch oberhalb der Wendezone von 12.400/12.460 noch Käufer, wäre dies ein erster Hinweis auf eine neue Stärke. Dann ist ein Anstieg bis 12.565 oder sogar an den 200-Tage-Durchschnitt und horizontalen technischen Widerstand um 12.780 möglich. Kritisch würden wir einen Rutsch unter die Tiefstände von Ende Juni / Anfang Juli bei 12.104/12.132 Punkten sehen. Dadurch würde sich der aktuell vorherrschende Abwärtstrend verfestigen.

Euro Stoxx 50

Der europäische Standardwerteindex notiert aktuell bei 3.390 Punkten. Zu Beginn der letzten Woche unternahm der europäische Standardwerteindex einen bislang letzten Versuch die bei 3.449 Punkten notierende 38-Tage-Linie zu überwinden. Mit der sich erneut zuspitzenden Lira-Krise ging es mit dem Index erneut nach unten, erst auf Basis der Tiefs von Ende Juli bei rund 3.350 Punkten fand der Euro Stoxx 50 einen ersten Halt. Solange der Widerstand bei 3.596 Punkten nicht überwunden wird, bleiben die Bären am Ruder. Oberhalb von 3.596 Punkten würde sich die Charttechnik verbessern, mit Luft bis zum Jahreshoch bei 3.687 Punkten. Auf der Unterseite kommt dem Bereich um 3.350 Punkte eine Schlüsselfunktion zu. Ein Rutsch unter diese Marke könnte den Index bis an die Mai-Tiefs bei rund 3.260 Punkten führen.

Dow Jones Industrial

Der Dow Jones entwickelte sich in der vergangenen Woche robust und konnte um 1,4 % zulegen. Er schloss bei 25.669 Punkten. Im Dow Jones enthaltene Titel, wie Walmart (+9,3 %) oder Cisco überraschten mit positiven Zahlen. Der Nasdaq Composite hingegen konsolidierte um 0,3 %, somit hat sich der Verlauf der Vorwoche umgekehrt. Im Verlaufstief testete der Dow Jones die 25.000 Marke, bei der auch die 50-Tage-Linie verläuft, konnte aber dort nach oben abprallen. Aus unserer Sicht ist diese Gegenbewegung in einem negativen Sentiment begründet – die Marktteilnehmer sind derzeit im Schnitt sehr vorsichtig positioniert (Kontraindikator). Aus kurzfristiger Sicht sehen wir deshalb aktuell noch Aufwärtspotenzial. Insofern scheint sogar ein Erreichen des Jahreshochs vom 26. Januar 2018 (bei 26.617 Punkten) für möglich. Diese Entwicklung könnte dann auch das Sentiment ins Optimistische drehen. Aus mittelfristiger Sicht sind wir nach wie vor nicht positiv gestimmt, weil wir in den letzten Wochen und Monaten starke Anzeichen von Distribution gesehen haben, was uns vorsichtig werden ließ. Eventuell stellt die 25.000 Punkte-Marke im Dow Jones ein mögliches Distributionslevel dar. Liegen wir mit unserer Einschätzung richtig, dann sollten die Kursgewinne nur minimal sein und der Dow Jones sollte sich nicht längere Zeit über dieser Marke halten können.

Bund Future

Obwohl sich die vorherrschende Risk-off Stimmung fortsetzt, kommt der Bund-Future nicht mehr so richtig von der Stelle. Dies könnte mit ersten, kleinen Warnsignalen zusammenhängen. So beginnt sich der Stochastik Indikator einzutrüben. Noch stehen MACD und DMI weiter im Kauf, so dass das Aufwärtsmomentum weiter Bestand haben dürfte, solange der seit Anfang August bestehende Aufwärtstrend bei aktuell 163,35 nicht unterschritten wird. Solange die Risk-off Stimmung vorherrscht, bleibt ein Test des Kontrakthochs bei 164,19 wahrscheinlich. Haltemarken auf der Südseite sind die erwähnten 163,35 sowie 163,10.

Einschätzung

Wir raten zur Beachtung der genannten Chartmarken.

Stand: 20. August 2018

Gemälde GL-Saal

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