Marktkommentar

Technische Aktien- und Rentenmarktaussichten für die Woche vom 18. – 22. Juni 2018

DAX

Der deutsche Aktienmarkt wurde zum Wochenausklang von der Sorge um eine mögliche Zuspitzung des Handelsstreits zwischen den USA und China belastet. Dennoch verzeichnete der DAX auf Wochenbasis einen Zuwachs von 1,91 Prozent. Dies hängt vor allem mit der Entscheidung der EZB zusammen, ihr Ankaufprogramm für Anleihen der Eurozone zum Ende des Jahres auslaufen zu lassen. Dadurch schwächte sich der Euro zum US-Dollar deutlich ab, wodurch es zum Anstieg am deutschen Aktienmarkt kam. Zum Wochenschluss war die Euphorie so groß, dass eine Enttäuschung nicht zu erwarten war. Die Warnungen, die von einer unterschiedlichen Indikatorenlage ausgingen, wurden einfach nicht mehr diskutiert. Einen ersten Hinweis, was in den kommenden Wochen auf uns zukommen könnte, hat der Dax bereits am Freitag gegeben. Am großen Options- und Future-Verfallstag (traditionell von hohem Umsatz begleitet) gab er einen Teil der zuvor erzielten Gewinne ab. Auch wenn der MACD-Indikator ein Kaufsignal gegeben hat, ist dies derzeit nur als Einzelaktion zu bewerten. Solange der DAX innerhalb seiner in den vergangenen Wochen ausgebildeten Handelsspanne zwischen 12.548 Punkten und 13.204 Punkten handelt, ist die technische Ausgangslage als neutral einzustufen. Wir gehen aktuell nicht davon aus, dass ein bullisher Ausbruch gelingt. Ziel einer solchen Bewegung wäre 13.370 Punkte. Ein bearisher Ausbruch würde hingegen Abwärtsrisiken Richtung 12.151 Punkten gefolgt von 12.011 Punkten sowie 11.730 Punkten eröffnen.

Euro Stoxx 50

Der europäische Standardwerteindex legte in der letzten Woche um 1,67 Prozent zu. Wie beim DAX konnte der Euro Stoxx 50 Index seine Gewinne nicht in das Wochenende hinein retten. Vielmehr schloss er unter der markanten Widerstandsbarriere, bestehend aus der 200-Tages- sowie 38-Tages-Linie (aktuell 3.522/3.516 Punkten). In der heutigen Eröffnung geht es mit den europäischen Aktien weiter südwärts. Belastend wirken vor allem die Handelsstreitigkeiten zwischen den USA und China. Solange der Index innerhalb seiner seit Wochen ausgebildeten Handelsspanne zwischen 3.426 Punkten und 3.596 Punkten handelt, ist die technische Ausgangslage als neutral einzustufen. Ein bullisher Ausbruch lässt Luft bis zum Jahreshoch bei 3.687 Punkten. Ein bearisher Ausbruch würde Abwärtsrisiken Richtung 3.391 Punkten sowie 3.350 Punkten eröffnen.

Dow Jones Industrial

Der Dow Jones konsolidierte in der vergangenen Woche um 0,9 Prozent. Er schloss bei 25.090 Punkten und konnte sich leicht noch über der 25.000 Punkte-Marke halten, die zwar charttechnisch irrelevant ist, die wir aber seit Wochen als mögliches Distributionsmarke ausgemacht haben. Aktuell befinden sich die US-Futures im Minus, so dass der Dow Jones heute unter 25.000 Punkten eröffnen könnte. Aus unserer Sicht ist die Wahrscheinlichkeit einer Konsolidierung zuletzt gestiegen, denn die US-Börsen machen auf uns einen nach oben überdehnten Eindruck, und dies aus kurz- als auch aus mittelfristiger Sicht. Zudem ist die politische Lage derzeit alles andere als positiv – eine Ausdehnung des Handelsstreites bei einigen Nationen könnte zu einer empfindlichen Störung des Welthandels führen. Insofern halten wir das Aufwärtspotenzial zunächst für sehr begrenzt und empfehlen eine defensive Positionierung. Die nächste Unterstützung ist das Verlaufshoch von April 2018 bei 24.859 Punkten, gefolgt von der 50-Tage-Linie (derzeit bei 24.612 Punkten). Wir halten einen Test der 200-Tage-Linie in nächster Zeit für wahrscheinlich (derzeit bei 24.198 Punkten). Einen nachhaltigen Bruch dieser Marke sehen wir derzeit noch nicht, da diese noch zu robust ansteigt. Der Dow Jones sollte also spätestens dort eine Gegenbewegung generieren.

Bund Future

Der Bund-Future notiert aktuell bei 161,29 Punkten. Die technischen Indikatoren sind in der Summe neutral bis leicht negativ zu werten. Die nächsten Unterstützungen befinden sich bei 160,50 und 160,22 Punkten. Widerstände lokalisieren wir bei 161,52 und 161,66 Punkten. Übergeordnet erwarten wir eine Fortsetzung der Handelsspanne zwischen 160,50 und 161,70 Punkten.

Einschätzung

Die Handelsstreitigkeiten zwischen den USA, Europa und China sowie der sich innenpolitisch zuspitzende Streit zwischen der CDU und CSU belasten die Stimmung an den Aktienmärkten. Wir würden die genannten Chartmarken beachten und darauf handeln.

Stand: 18. Juni 2018

Gemälde GL-Saal

Rechtliche Hinweise

Die hier über den Markt wiedergegebenen Informationen und Meinungen wurden am angegebenen Datum erstellt. Sie werden nur zu Informationszwecken als Unterstützung Ihrer selbstständigen Anlageentscheidung weitergegeben. Sie dienen nicht als Angebot, Anlageberatung, Anlageempfehlung oder sonstige generelle oder individuelle Empfehlung der Fürst Fugger Privatbank Aktiengesellschaft zum Kauf, Halten oder Verkauf oder sonstigen Handel von Wertpapieren oder anderen Finanzinstrumenten und begründen kein vertragliches Beratungs- oder Auskunftsverhältnis. Die Informationen stammen aus bzw. basieren auf Quellen, die die Fürst Fugger Privatbank Aktiengesellschaft als zuverlässig erachtet, für deren Richtigkeit, Vollständigkeit, Rechtzeitigkeit und Aktualität aber keine Gewähr übernommen wird. Die Fürst Fugger Privatbank Aktiengesellschaft lehnt jede Haftung für Verluste aus der Verwendung ab. Das vorliegende Dokument darf ohne schriftliche Genehmigung der Fürst Fugger Privatbank Aktiengesellschaft weder ganz noch auszugsweise vervielfältigt werden.