Technischer Aktien- und Rentenmarktkommentar

für die Woche vom 18. – 22.03.2024

DAX

In der vergangenen Handelswoche bewegte sich der Deutsche Aktienindex um die Marke von 18.000 Punkten. Leichte Gewinnmitnahmen führten dazu, dass das Level von 18.000 Punkten auf Schlusskursbasis nicht gehalten werden konnte. Im Wochenvergleich blieb ein leichtes Plus von 0,7 %. Nach dem markanten Anstieg der letzten Wochen ist eine Verschnaufpause sicherlich nichts Außergewöhnliches. Wichtig dabei ist, dass die Unterstützung bei rund 17.700 bzw. 17.663 Punkten nicht unterschritten wird. Konsolidierungen oberhalb dieser Marken haben einen trendbestätigenden Charakter. Somit lässt sich mittelfristig ein Kursziel auf der Oberseite von rund 18.400 Punkten ableiten, solange der trendbestätigende Grundcharakter nicht verletzt wird. Dennoch sollte kurzfristig aufgrund der deutlichen Kursgewinne in den letzten Wochen das Money-Management an Bedeutung gewinnen, zumal in der Historie Hochs oftmals im März erreicht worden sind.

Euro Stoxx 50

Der Euro Stoxx 50 ging nahezu unverändert aus der Handelswoche mit einem Stand von 4.886 Punkten. Das erstmalige Überschreiten der 5.000-er Marke brachte die zuvor kontinuierlichen Kursgewinne zunächst zum Stillstand. Trotzdem hält sich der Euro Stoxx 50 nach wie vor über seinem recht steilen Aufwärtstrend, der sich aus den Verlauftiefs von Mitte Januar und Mitte Februar herleiten lässt. Weitere kontinuierliche Kursgewinne wären nötig für europäische Aktien, um sich über diesem Trend halten zu können. Angesichts zunehmend überhitzter Indikatoren halten wir das für unwahrscheinlich und rechnen auch beim Euro Stoxx 50 mit einer Konsolidierungsphase. Eine erste Unterstützung sehen wir im Bereich von 4.872-4.900 Punkten, gefolgt von der 38-Tage-Linie (aktuell bei 4.810 Punkten).

Dow Jones Industrial

Der Dow Jones konsolidierte in der vergangenen Woche minimal um knapp 8 Punkte, so dass er die Woche noch unverändert beendete. Er schloss bei 38.715 Punkten. Die marktbreiten Indizes Nasdaq Composite (-0,7 %) und Russell 2000 (-2,1 %) zeigten Schwäche. Höhere Zahlen zur Inflation und den Produzentenpreisen belasteten eher die kleineren Unternehmen und die Rentenmärkte in Form von steigenden Renditen. US-Staatsanleihen mit 10-jähriger Laufzeit stiegen um 21 Basispunkte auf 4,3 %. Die Aktienmärkte reagierten nicht sonderlich darauf, obwohl dies die Zinssenkungsphantasie bremste. Der Immobiliensektor litt am meisten darunter, er verlor auf Wochensicht 3,1 %, während der Energie-Sektor mit einem Plus von 3,7 % der Gewinner war. Durch die Konsolidierungswoche hat sich der Dow Jones erneut einen flacheren Aufwärtstrend gesucht, der sich aus den Tiefs vom 18. Januar und 11. März ergibt. Wir sehen die kontinuierliche Auffächerung, indem sich der Dow Jones Woche für Woche neue flachere Aufwärtstrends sucht, kritisch. Diese Woche scheint zwar ein erneuter Bounce möglich, sprich die kurzfristige Unterstützung bei 38.718 Punkten könnte als Ausgangsbasis für einen positiven Wochenauftakt dienen, auch die 38-Tage-Linie (aktuell bei 38.694 Punkten) bietet Unterstützung. Aber aus unserer Sicht überwiegen aktuell ganz klar die Risiken. Wir raten Marktteilnehmern dazu eine mögliche positive Wertentwicklung in dieser Woche zu nutzen, um das Portfolio weiter defensiver auszurichten. Die Markttechnik suggeriert uns, dass der Dow Jones ohne vorherige Konsolidierung nicht genug Kraft haben wird, das Intraday-Allzeithoch bei 39.303 Punkten nachhaltig zu überwinden. Wir rechnen noch im März mit einem Test der Konsolidierungszone von Mitte Dezember bis Mitte Januar, die zwischen 37.754-37.476 Punkten verläuft, gefolgt vom Allzeithoch von Anfang 2022 bei 36.954 Punkten. Ein realistisches Kursziel für die nächsten Wochen wäre aus unserer Sicht ein Test der 200-Tage-Linie, die aktuell bei 35.738 Punkten verläuft.

Bund-Future

Der Bund-Future verlor in der vergangenen Handelswoche 178 Ticks. Somit rückt das bisherige Jahrestief bei 131,62 Punkten in den Fokus. Bei einem Unterschreiten dieser Marke drohen weitere Kursverluste. Auf der Oberseite entsteht ein neues Kaufsignal erst bei einem Überwinden der Marke von 134,15 Punkten.

Einschätzung

Wir raten dazu, die aktuelle Rallye auf dem aktuellen Niveau nicht mehr zu jagen. Die überhitzte Markttechnik signalisiert uns eine größere Konsolidierungsphase, die sich noch in der zweiten März- Hälfte ausspielen könnte.

 

Stand: 18. März 2024 – Bitte beachten Sie unsere rechtlichen Hinweise.

Weltkarte
Dieter Langenbucher

Dieter Langenbucher

Der Diplom-Kaufmann univ. ist seit 2005 Portfoliomanager bei der Fürst Fugger Privatbank Aktiengesellschaft und managt den FFPB MultiTrend Flex und den FFPB Rendite. Zudem ist er Mitglied des Anlageausschusses für institutionelle Mandate. Sein besonderes Interesse gilt der Marktstrategie.

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