Technischer Aktien- und Rentenmarktkommentar

für die Woche vom 25. – 29. November 2019

DAX

Der DAX konnte in der letzten Woche seinen Aufwärtstrend nicht fortsetzten und verlor -0,58 %, obwohl er am Dienstag kurzfristig sein Jahreshoch bei 13.374 Punkten erreichte. Angesichts der widersprüchlichen Aussagen im Handelsstreit zwischen China und den USA hat sich der DAX erstaunlich robust gehalten. Nach einem starken Start in die Woche, scheint die Jahresendrally weiterzulaufen, jedoch lässt das Momentum nach, wodurch eine gewisse Unschlüssigkeit bei den Anlegern signalisiert wird. Kurzfristig betrachtet, könnten die Optimisten den DAX wieder an das Jahreshoch bei 13.374 Punkten treiben, das dann auf der Oberseite einen wichtigen Widerstand darstellt, der erstmal nachhaltig überschritten werden muss, bevor höhere Ziele möglich erscheinen. Auf der Unterseite erweist sich die 20-Tage-Linie bei 13.130 Punkten als erste Unterstützung, die sich in den letzten Wochen stabilisierend auswirkte. Korrekturbewegungen unter die 20-Tage-Linie könnten dann bis zu der zweiten Unterstützungslinie bei den Oktober-Hochs bei ca. 12.990 Punkten führen.

Euro Stoxx 50

Der Euro Stoxx 50 ging am Freitag mit 3.687 Punkten aus dem Handel und büßte auf Wochensicht -0,64 % ein. Nachdem der Euro Stoxx 50 seit über sechs Wochen nur noch aufwärts ging, ist dieser Rückschritt zu verkraften. Die Marktteilnehmer scheinen unentschlossen zu sein, da sie zum einen zaghaft sind auf diesem Niveau weiter zu kaufen und zum anderen jedoch die Sorge haben, zu früh zu verkaufen. Aus technischer Perspektive kämpft der Euro Stoxx 50 damit, das Oktober-Hoch 2017 bei 3.708 Punkten zu überwinden. Sollte diese Marke nachhaltig überwunden werden – was nach einem starken Wochenstart möglich erscheint – liegt das nächste größere Ziel bei 3.836 Punkten, dem Jahreshoch aus 2015. In Anbetracht des sinkenden RSIs könnte sich jedoch auch ein Top andeuten und eine Seitwärtsentwicklung einläuten. In einem Negativszenario sind Kursrückgänge bis zu der ersten Unterstützungszone bei 3.650 Punkten und zur zweiten Unterstützungszone bei 3.570 Punkten möglich. Ein Abfall unter die 3.570 Punktemarke würde aus technischer Sicht den Ausblick signifikant eintrüben.

Dow Jones Industrial

Der Dow Jones korrigierte in der vergangenen Woche um 0,5 %. Er schloss bei 27.876 Punkten. Die anderen marktbreiten Indizes konsolidierten ebenfalls leicht. Es gab in der vergangenen Woche wenig neue Impulse hinsichtlich einer Einigung im Handelskonflikt, die Fronten scheinen etwas verhärtet. Aus kurzfristiger Sicht konnte die überkaufte Indikatorenlage etwas abgebaut werden, so dass wir in dieser Woche einen erneuten Test des bisherigen Allzeithochs bei 28.090 Punkten nicht ausschließen können. Ein nachhaltiges Überschreiten dieses Levels halten wir ohne vorherige Konsolidierung jedoch für wenig wahrscheinlich. Die US-Börsen sind aktuell sehr selektiv und die Rallye wird inzwischen von den Marktteilnehmern angenommen (Kontraindikator). Auf der Unterseite stellt das bisherige Allzeithoch bei 27.399 Punkten die nächste Unterstützung dar, gefolgt vom Bereich bei 27.250 Punkten. Aller Euphorie zum Trotz, insbesondere im Hinblick auf die eigentlich positive Saisonalität, gehen wir aktuell davon aus, dass wir auf der Oberseite nicht viel verpassen und derzeit die Risiken überwiegen.

Bund-Future

Der Bund-Future notiert aktuell bei 171,01 Punkten. Der Wochengewinn beläuft sich auf 41 Ticks. Entscheidend für die weitere Entwicklung wird nun sein, ob es gelingt, den Widerstand bei 171,25 Punkten nachhaltig zu überwinden. Gelingt dies, so wäre ein weiterer Kursanstieg bis in den Bereich von 175 Punkten möglich. Dreht die Notierung aber im Bereich der Widerstandslinie nach unten ab, war der jüngste Anstieg nur ein Pullback. In diesem Falle ist mit einem Rückgang bis zur Unterstützung bei 166,80 Punkten zu rechnen.

Einschätzung

Die Börsen besitzen noch etwas Spielraum nach oben, wir halten das Aufwärtspotenzial jedoch für begrenzt und glauben nach oben nicht viel zu verpassen. Trotz des robusten Momentums sollten die Risiken nicht unterschätzt werden. Ein Test der genannten Unterstützungen erscheint durchaus möglich.

Stand: 25. November 2019 – Bitte beachten Sie unsere rechtlichen Hinweise.

Gemälde GL-Saal
Dieter Langenbucher

Dieter Langenbucher

Der Diplom-Kaufmann univ. ist seit 2005 Portfoliomanager bei der Fürst Fugger Privatbank Aktiengesellschaft und managt den FFPB MultiTrend Flex und den FFPB Rendite. Zudem ist er Mitglied des Anlageausschusses für institutionelle Mandate. Sein besonderes Interesse gilt der Marktstrategie.

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